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Telefonterror: wiederholte Anrufe oder Nachrichten – was tun?

Jemand ruft dich immer wieder an oder schreibt dir, mit eigener oder unterdrückter Nummer, und hört nicht auf, auch wenn du darum bittest. So dokumentierst du es, so blockierst du und so zeigst du es in Österreich an.

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Telefonterror: wiederholte Anrufe oder Nachrichten – was tun?

Das Handy läutet wieder. Und wieder. Mal von einer bekannten Nummer, mal unterdrückt, mal mitten in der Nacht. Dazu Nachrichten, die du nicht willst, auch nachdem du klar gesagt hast, dass du keinen Kontakt möchtest. Wenn Anrufe oder Nachrichten hartnäckig und unerwünscht sind und deinen Alltag beeinträchtigen, ist das keine Lästigkeit mehr: Es ist Telefonterror, und in Österreich kann das strafbar sein. Du musst das nicht aushalten.

Wann ist es Belästigung und nicht nur lästig?

Ein einzelner unerwünschter Anruf ist lästig. Belästigung beginnt, wenn:

  • die Anrufe oder Nachrichten sich wiederholen, oft über Tage oder Wochen;
  • du klar gesagt hast, dass du keinen Kontakt willst, und es trotzdem weitergeht;
  • sie zu ungewöhnlichen Zeiten kommen, etwa nachts;
  • sie dich einschüchtern, bedrohen oder beleidigen;
  • du dein Verhalten änderst: Handy ausschalten, Nummer wechseln, Wege meiden, Angst haben.

Das österreichische Strafgesetzbuch kennt die beharrliche Verfolgung (§ 107a StGB, oft „Stalking“ genannt), wozu auch hartnäckige Kontaktaufnahme per Telefon oder Nachrichten gehören kann, und die fortgesetzte Belästigung im Wege einer Telekommunikation oder eines Computersystems (§ 107c StGB). Drohungen oder Beleidigungen können eigene Straftaten sein. Ob ein konkreter Fall strafbar ist, klärt die Polizei – deine Aufgabe ist, es zu dokumentieren und anzuzeigen.

Was tust du jetzt sofort?

  1. Reagier nicht mehr. Jede Antwort kann die Person ermutigen. Hast du einmal klar gesagt, dass du keinen Kontakt willst, reicht das.
  2. Dokumentier alles: Screenshots der Anrufliste mit Datum und Uhrzeit, Nachrichten, Sprachnachrichten, E-Mails, Social-Media-Nachrichten. Leg ein einfaches Protokoll an: Datum, Uhrzeit, Nummer, Inhalt, wie es dir ging.
  3. Lösch nichts, auch wenn es weh tut. Exportier Chats, wenn möglich, und speicher eine Kopie außerhalb des Handys.
  4. Blockier die Nummer – aber erst, nachdem du die Beweise gesichert hast. Blockierte Anrufe tauchen bei manchen Handys weiterhin in einer Liste auf; das kann als Beweis nützlich sein.
  5. Unterdrückte Nummern stummschalten: Viele Handys können Anrufe von unbekannten oder unterdrückten Nummern automatisch auf die Mailbox umleiten.
  6. Frag deinen Mobilfunkanbieter, welche Möglichkeiten er bei belästigenden Anrufen hat, etwa eine Fangschaltung, mit der sich auch unterdrückte Nummern feststellen lassen. Diese Daten können für Polizei und Gericht wichtig sein.
  7. Erzähl es einer Vertrauensperson. Du musst damit nicht allein sein.

Wie zeigst du es an?

  • Bei der Polizei: Erstatte Anzeige bei jeder Polizeiinspektion und bring dein Protokoll und die Screenshots mit. Bei akuter Gefahr wähl den Polizei-Notruf 133 oder den Euro-Notruf 112.
  • Kommt die Belästigung vom Partner oder Ex-Partner, helfen die Gewaltschutzzentren und die Frauenhelpline gegen Gewalt unter 0800 222 555, kostenlos und rund um die Uhr. Bei Gewalt oder drohender Gewalt kann die Polizei außerdem ein Betretungs- und Annäherungsverbot aussprechen.
  • Opferhilfe: Der Weisse Ring unterstützt Opfer von Straftaten, sein Opfer-Notruf ist unter 0800 112 112 erreichbar.
  • Kinder und Jugendliche können sich an Rat auf Draht unter 147 wenden.
  • Ist es ein Unternehmen (ein aufdringliches Inkassobüro oder eine Firma, die trotz Widerspruch weiter Werbeanrufe macht), kannst du unerlaubte Werbeanrufe beim Fernmeldebüro anzeigen und dich wegen der Nutzung deiner Daten bei der Datenschutzbehörde beschweren.

Und wenn du schon geantwortet oder mitgespielt hast?

Das ist normal und schwächt deine Position nicht. Viele versuchen zuerst, mit der Person zu reden, oder antworten aus Höflichkeit oder Angst. Wichtig ist, was du ab jetzt tust:

  • Sag einmal klar und schriftlich, dass du keinen Kontakt mehr willst. Danach antwortest du nicht mehr.
  • Heb diese Nachricht auf: Sie zeigt, dass jeder weitere Kontakt gegen deinen ausdrücklichen Willen geschieht.
  • Dokumentier ab jetzt lückenlos.

Häufige Fragen

Ich weiß nicht, wer anruft, es ist immer eine unterdrückte Nummer. Kann ich trotzdem Anzeige erstatten? Ja. Die Polizei kann ermitteln, und über deinen Anbieter lassen sich unter Umständen auch unterdrückte Nummern feststellen. Bring dein Protokoll mit.

Soll ich meine Nummer wechseln? Das kann Ruhe bringen, ist aber deine Entscheidung. Sicher zuerst die Beweise. Gib die neue Nummer nur an Menschen, denen du vertraust.

Darf ich die Anrufe aufnehmen? Das ist in Österreich rechtlich heikel, vor allem das Weitergeben oder Veröffentlichen von Aufnahmen ohne Zustimmung. Frag am besten bei der Polizei oder einer Beratungsstelle nach, bevor du aufnimmst. Anruflisten, Screenshots und Sprachnachrichten, die dir geschickt wurden, kannst du jedenfalls sichern.

Und wenn es stumme Anrufe sind, ohne jemanden am anderen Ende? Das können automatische Wählsysteme von Callcentern sein, aber auch eine Person, die dich einschüchtern will. Häufen sie sich, dokumentier sie und zeig sie an. Mehr zu automatischen Anrufen findest du in unseren Situationsleitfäden.

Zusammengefasst

Wiederholte, unerwünschte Anrufe und Nachrichten sind keine Kleinigkeit. Nicht mehr reagieren, alles dokumentieren, erst dann blockieren, und Anzeige erstatten. Hol dir Unterstützung bei Gewaltschutzzentren, Frauenhelpline oder Weissem Ring, und im Notfall wähl 133. Wenn die Anrufe von einer unbekannten Nummer kommen, melde sie im Verzeichnis der Spam-Nummern von NoCall.

N
Von NoCall-Team
NoCall-Redaktion
4 Min. Lesezeit
#Telefonterror#Belästigung#beharrliche Verfolgung#Stalking#unterdrückte Nummer#Anzeige

Quellen und Prüfung

Geprüft:

Nummerierung, Anbieterwerkzeuge und Meldeverfahren können sich ändern. Prüfen Sie sensible Schritte bei der verlinkten offiziellen Stelle.

Artikeldetails

Redaktionelle Inhalte, von NoCall geprüft, mit praktischem Kontext zum Erkennen verdächtiger Anrufe und Nachrichten.

Autor: NoCall-Team4 Min. Lesezeit

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