„Unbekannte Bestellung bei Amazon“: Der falsche Anruf oder das SMS zum „Stornieren“
Jemand ruft an oder schreibt, dass mit deinem Amazon-Konto ein iPhone bestellt wurde und du zum Stornieren Daten angeben oder eine App installieren musst. Das ist Betrug. So erkennst du ihn und das tust du, wenn du schon darauf hereingefallen bist.
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„Unbekannte Bestellung bei Amazon“: Der falsche Anruf oder das SMS zum „Stornieren“
„Hier ist der Amazon-Kundendienst. Wir haben auf Ihrem Konto eine Bestellung über ein iPhone um 1.149 Euro festgestellt. Wenn Sie diese Bestellung nicht getätigt haben, drücken Sie die 1.“ Manchmal ist es eine Bandansage, manchmal eine Person, manchmal ein SMS mit Link oder einer Rückrufnummer. Das ist der Betrug mit der unbekannten Bestellung, und er spielt mit deinem Schreck: Du willst die Bestellung sofort stornieren – und genau dabei sollst du Daten herausgeben, eine App installieren oder Geld überweisen. Amazon ruft dich nicht unerwartet an, um eine Bestellung zu stornieren, und verlangt dafür nie Bankdaten, Codes oder Fernzugriff.
Wie funktioniert der Betrug?
- Der Schreck. Anruf, Bandansage oder SMS: eine teure Bestellung, eine Abo-Verlängerung für Prime, eine verdächtige Anmeldung.
- Die „Hilfe“. Du drückst die 1 oder rufst zurück. Ein freundlicher „Mitarbeiter“ will dir helfen, die Bestellung zu stornieren oder das Konto zu sichern.
- Die Falle. Je nach Variante sollst du:
- dich auf einer gefälschten Amazon-Seite anmelden und deine Kartendaten „bestätigen“;
- einen Code vorlesen, der per SMS kommt (in Wahrheit die Freigabe für eine Zahlung oder ein Passwort-Reset);
- eine Fernwartungs-App wie AnyDesk oder TeamViewer installieren, „damit wir das Problem beheben“;
- Gutscheinkarten kaufen, um „das Konto zu schützen“.
- Die Rückerstattungsfalle. Mit Fernzugriff zeigen sie dir in deinem Onlinebanking eine angebliche Rückerstattung, behaupten, sie hätten dir 1.000 statt 100 Euro erstattet, und bitten dich aufgeregt, „die Differenz zurückzuschicken“ – per Überweisung oder Gutscheinkarte. Die Erstattung war nie echt.
Was sind die Warnsignale?
- Ein unerwarteter Anruf von „Amazon“, oft mit Bandansage und Tastendruck.
- Eine Bestellung, von der du nichts weißt, und die du in deinem Konto nicht findest.
- Du sollst etwas installieren oder einen Code vorlesen.
- Du sollst Gutscheinkarten kaufen oder Geld überweisen.
- Zeitdruck: „Die Bestellung wird in 30 Minuten versendet.“
- Ein Link im SMS zu einer Seite, die nicht auf der offiziellen Domain liegt.
- Eine ausländische Nummer, die sich als österreichischer Kundendienst ausgibt.
Was tust du sofort, wenn sie anrufen oder das SMS kommt?
- Leg auf oder schließ das SMS. Drück keine Taste.
- Öffne selbst die Amazon-App oder tipp die Adresse in den Browser. Schau unter „Meine Bestellungen“ nach. Steht dort nichts, gibt es keine Bestellung.
- Ruf nicht die Nummer zurück, die man dir genannt hat. Den Kundendienst erreichst du über den Hilfebereich in der App oder auf der offiziellen Website.
- Gib keine Codes weiter und installier nichts.
- Blockier die Nummer und melde sie.
Und wenn du schon Daten genannt oder die App installiert hast?
- Hast du eine Fernwartungs-App installiert: Trenn das Gerät vom Internet und deinstallier die App.
- Ruf sofort deine Bank an, über die offizielle Nummer auf der Karte. Lass Karte und Onlinebanking sperren und geh die letzten Buchungen durch.
- Ändere dein Amazon-Passwort und das deines E-Mail-Kontos, von einem sauberen Gerät aus, und aktivier die Zwei-Schritt-Verifizierung. Prüf in deinem Amazon-Konto Adressen, Zahlungsmittel und angemeldete Geräte.
- Hast du Gutscheinkarten gekauft und die Codes weitergegeben, kontaktier sofort den Herausgeber der Karte über die offizielle Website. Manchmal lässt sich ein noch nicht eingelöster Code sperren.
- Sichere Beweise: Nummer, Uhrzeit, SMS, Screenshots, Belege.
- Lass das Gerät prüfen, wenn die Täter länger Fernzugriff hatten.
Wo meldest du das und wer hilft dir?
- Polizei: Erstatte Anzeige bei einer Polizeiinspektion, mit allen Unterlagen. Hinweise auf Internetbetrug nimmt auch die Meldestelle des Bundeskriminalamts unter [email protected] entgegen.
- Watchlist Internet: warnt regelmäßig vor Phishing im Namen von Amazon und nimmt neue Fälle entgegen.
- Meldestelle Rufnummernmissbrauch der RTR: für die Nummer, die angerufen oder geschrieben hat.
- Amazon selbst, über den Hilfebereich in der App, um verdächtige Nachrichten zu melden.
- Das Verzeichnis der Spam-Nummern von NoCall.
Häufige Fragen
Ruft mich Amazon jemals wegen eines verdächtigen Kaufs an? Amazon kontaktiert Kunden nicht unerwartet, um nach Bankdaten oder Codes zu fragen oder eine Fernwartung einzurichten. Im Zweifel prüf alles selbst in der App.
Ich hab gar kein Amazon-Konto und wurde trotzdem angerufen. Warum? Weil die Anrufe massenhaft an zufällige Nummern gehen. Bei so vielen Amazon-Kunden trifft es oft jemanden mit Konto.
Ich hab nur die 1 gedrückt und aufgelegt. Ist das schlimm? Nein. Deine Nummer gilt jetzt vielleicht als „aktiv“, und es könnten mehr Anrufe kommen. Blockieren und melden.
Ich hab die Kartendaten genannt, aber nicht den SMS-Code. Bin ich sicher? Nicht ganz. Lass die Karte trotzdem sperren: Manche Zahlungen gehen ohne zusätzliche Freigabe durch.
Zusammengefasst
Eine unbekannte Bestellung prüfst du in der App, nicht am Telefon. Auflegen, selbst in „Meine Bestellungen“ nachsehen, keine Codes, keine App, keine Gutscheinkarten. Ist es schon passiert: Internet trennen, Bank anrufen, Passwörter ändern, Anzeige erstatten. Melde die Nummer im Verzeichnis der Spam-Nummern von NoCall.
Quellen und Prüfung
Geprüft:
- Watchlist Internet – Online-Betrug, -Fallen & -Fakes im Blick
- Meldestellen - Bundeskriminalamt
- Meldestelle Rufnummernmissbrauch | RTR
Nummerierung, Anbieterwerkzeuge und Meldeverfahren können sich ändern. Prüfen Sie sensible Schritte bei der verlinkten offiziellen Stelle.
Artikeldetails
Redaktionelle Inhalte, von NoCall geprüft, mit praktischem Kontext zum Erkennen verdächtiger Anrufe und Nachrichten.
Einen verdächtigen Anruf erhalten?
Schlage die Nummer in NoCall nach, bevor du Daten weitergibst, zurückrufst oder einen Link anklickst.
Suche eine Telefonnummer oder einen Unternehmensnamen (Wien Energie, A1 und Magenta Telekom...), um zu prüfen, ob sie als Spam gemeldet wurde.

