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Jobangebot per WhatsApp oder Telegram: Der Betrug mit den „Aufgaben“

Ein Unbekannter bietet dir leichtes Geld von daheim: Videos liken, Hotels bewerten, Konten folgen. Zuerst wird ausgezahlt, dann sollst du einzahlen. So funktioniert der Task-Scam und das tust du in Österreich.

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Jobangebot per WhatsApp oder Telegram: Der Betrug mit den „Aufgaben“

„Hallo, ich bin Recruiterin einer Agentur. Wir bieten Teilzeitarbeit von zu Hause, 50 bis 200 Euro am Tag, du brauchst nur dein Handy.“ So beginnt eine Nachricht von einer unbekannten, oft ausländischen Nummer auf WhatsApp oder Telegram. Die Arbeit klingt lächerlich einfach: YouTube-Videos liken, Hotels oder Produkte bewerten, Instagram-Konten folgen. Das ist der Task-Scam oder „Like-Job“-Betrug, und er endet fast immer gleich: Am Anfang bekommst du ein paar Euro, am Ende verlierst du deutlich mehr.

Wie funktioniert der „Aufgaben“-Betrug?

  1. Der Köder. Eine freundliche Nachricht mit einem Jobangebot, für das du dich nie beworben hast. Manchmal mit dem Namen einer echten Firma oder Personalagentur, um seriös zu wirken.
  2. Die ersten Aufgaben, bezahlt. Du likst ein paar Videos, schickst Screenshots, und tatsächlich kommen ein paar Euro per Überweisung oder in Krypto. Das ist absichtlich so: Die kleine Zahlung kauft dein Vertrauen.
  3. Der Umzug in eine Gruppe oder App. Du landest in einer Telegram-Gruppe mit angeblichen Kolleginnen, die begeistert von ihren Gewinnen erzählen (alles Komplizen oder Bots), oder auf einer Plattform, auf der du ein „Guthaben“ siehst.
  4. Die „Premium-Aufgaben“. Jetzt sollst du einzahlen, um besser bezahlte Aufgaben freizuschalten, ein „Konto aufzuladen“ oder eine „Aufgabenserie abzuschließen“. Das angezeigte Guthaben wächst, aber auszahlen lässt es sich nie.
  5. Die Falle schnappt zu. Zum Auszahlen fehlen „Steuern“, eine „Freischaltgebühr“ oder noch eine letzte Aufgabe. Jede Zahlung zieht die nächste nach sich, bis du aufhörst oder kein Geld mehr hast.

Manchmal wollen sie auch nur deine Daten: Ausweis, IBAN oder eine Kopie des Meldezettels, „für den Arbeitsvertrag“. Damit lassen sich Konten eröffnen oder du wirst unwissentlich zum Finanzagenten, über dessen Konto fremdes Geld weitergeleitet wird – und das kann dich selbst in rechtliche Schwierigkeiten bringen.

Woran erkennst du den Betrug?

  • Du hast dich nirgends beworben, und trotzdem schreibt dir eine „Recruiterin“.
  • Viel Geld für fast nichts. Dutzende Euro am Tag fürs Liken sind keine echte Arbeit.
  • Kein Vorstellungsgespräch, kein Vertrag, kein Dienstgeber mit Adresse und Firmenbuchnummer.
  • Du sollst zahlen, um zu arbeiten. Ein echter Job verlangt nie eine Einzahlung.
  • Kommunikation nur über Messenger, oft mit ausländischer Nummer und einem Profilbild aus einer Bilddatenbank.
  • Krypto als Zahlungsmittel, oder Einzahlungen auf Konten von Privatpersonen.
  • Druck und Gruppendynamik: „Die anderen haben schon abgeschlossen, du verlierst sonst alles.“

Was tust du, wenn sie dir gerade geschrieben haben?

  1. Antworte nicht oder brich den Kontakt sofort ab. Jede Antwort bestätigt, dass deine Nummer aktiv ist.
  2. Schick keine Dokumente: keinen Ausweis, keine IBAN, keinen Meldezettel.
  3. Zahl nichts ein und installier keine App, die sie dir empfehlen.
  4. Prüf die Firma selbst, falls ein Name genannt wird: über ihre offizielle Website, die du selbst suchst. Echte Firmen schreiben nicht wahllos Fremde per WhatsApp an. Die Watchlist Internet führt eine Liste betrügerischer Jobangebote.
  5. Blockier und melde den Kontakt in WhatsApp oder Telegram.

Und wenn du schon eingezahlt oder Daten geschickt hast?

  1. Zahl nichts mehr. Keine „Steuer“, keine „Gebühr“, keine „letzte Aufgabe“. Das angezeigte Guthaben existiert nicht.
  2. Ruf deine Bank an, über die offizielle Nummer auf der Karte oder in der App, erklär den Betrug und frag, ob sich Zahlungen noch stoppen lassen. Bei Krypto ist eine Rückholung sehr schwierig, aber die Anzeige ist trotzdem wichtig.
  3. Hast du deinen Ausweis geschickt, erwähne das bei der Anzeige und behalte deine Konten im Auge. Melde den Verlust des Dokuments gegebenenfalls bei der Behörde, die es ausgestellt hat.
  4. Ist über dein Konto fremdes Geld gelaufen, leite nichts weiter und informier sofort Bank und Polizei. Je früher du dich meldest, desto klarer ist, dass du getäuscht wurdest.
  5. Sichere alle Beweise: Chats, Gruppennamen, Nummern, Wallet-Adressen, Belege, Screenshots der Plattform.
  6. Misstrau „Rückholdiensten“, die versprechen, dein Geld gegen Gebühr zurückzuholen. Das ist ein zweiter Betrug.

Wo zeigst du es an?

Häufige Fragen

Die ersten Aufgaben wurden wirklich bezahlt. Beweist das nicht, dass es seriös ist? Nein, das ist Teil des Drehbuchs. Ein paar Euro sind eine billige Investition, um später Hunderte oder Tausende zu kassieren.

Ist es verboten, für Geld zu liken oder Bewertungen zu schreiben? Gekaufte Bewertungen verstoßen gegen die Regeln der Plattformen und können Verbraucher täuschen. Vor allem aber ist das hier gar kein Job: Die „Aufgaben“ sind nur die Kulisse für den Betrug.

Ich soll eine Steuer zahlen, um mein Guthaben auszuzahlen. Soll ich? Nein. Echte Steuern werden nicht an eine Telegram-Gruppe gezahlt, und hinter dieser Forderung kommt immer die nächste.

Woher haben sie meine Nummer? Meist aus Datenlecks, gekauften Listen oder einfach durch das Durchprobieren von Nummern. Du wurdest nicht persönlich ausgesucht.

Kurz gesagt

Ein Job, für den du dich nie beworben hast, der viel Geld für Likes verspricht und bei dem du irgendwann einzahlen sollst, ist kein Job. Nicht antworten, keine Dokumente schicken, nichts einzahlen. Ist es schon passiert: nichts mehr zahlen, Bank anrufen, Beweise sichern und Anzeige erstatten. Und melde die Nummer im Verzeichnis der Spam-Nummern von NoCall: Deine Warnung kann jemand anderen vor dem ersten Klick bewahren.

N
Von NoCall-Team
NoCall-Redaktion
5 Min. Lesezeit
#falsches Jobangebot#Task-Scam#WhatsApp#Telegram#Like-Job#Kryptowährung

Quellen und Prüfung

Geprüft:

Nummerierung, Anbieterwerkzeuge und Meldeverfahren können sich ändern. Prüfen Sie sensible Schritte bei der verlinkten offiziellen Stelle.

Artikeldetails

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Autor: NoCall-Team5 Min. Lesezeit

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