Love Scam: Wenn die große Liebe per WhatsApp mit einer Geldforderung endet
Du lernst jemanden in einer Dating-App oder auf Social Media kennen, das Gespräch wandert zu WhatsApp, und nach Wochen voller Zuneigung kommt ein Notfall, ein Flugticket oder eine Geldanlage. So funktioniert Liebesbetrug und das tust du in Österreich.
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Love Scam: Wenn die große Liebe per WhatsApp mit einer Geldforderung endet
Ihr habt euch in einer Dating-App, auf Facebook oder Instagram kennengelernt. Die Person ist aufmerksam, schreibt jeden Morgen, interessiert sich für dein Leben und versteht dich wie kaum jemand. Bald wechselt ihr zu WhatsApp, vielleicht telefoniert ihr sogar. Nach ein paar Wochen oder Monaten kommt dann der Notfall: ein Spitalsaufenthalt, ein gesperrtes Konto, ein Flugticket, um dich endlich zu besuchen – oder eine „todsichere“ Geldanlage. Das ist Love Scam oder Romance Scam, und er trifft Menschen jeden Alters und jeder Bildung. Wer dich nie persönlich getroffen hat und dich um Geld bittet, ist mit allergrößter Wahrscheinlichkeit ein Betrüger.
Wie funktioniert ein Love Scam?
- Das perfekte Profil. Attraktive Fotos (gestohlen), ein spannender Beruf, der Distanz erklärt: Ärztin bei einer Hilfsorganisation, Ingenieur auf einer Bohrinsel, Soldat im Auslandseinsatz, erfolgreicher Geschäftsmann.
- Schnelle Nähe. Viele Nachrichten, früh große Gefühle („Ich hab noch nie so etwas gespürt“), Pläne für eine gemeinsame Zukunft.
- Raus aus der Plattform. Bald soll es auf WhatsApp, Telegram oder per E-Mail weitergehen, wo niemand mitliest.
- Treffen, die immer platzen. Videoanrufe gehen „nicht wegen der Verbindung“, Besuche scheitern in letzter Minute.
- Die Bitte um Geld. Sie kommt in einer dieser Formen:
- Notfall: ein Unfall, ein Spital, das nur gegen Vorkasse behandelt, ein gesperrtes Konto, eine Festnahme, ein Paket, das beim Zoll hängt.
- Reise: Geld für Flug, Visum oder Gebühren, um dich zu besuchen.
- Investition: Die Person zeigt dir, wie sie mit Krypto oder Trading Geld verdient, und hilft dir, auf einer Plattform einzuzahlen. Die Gewinne sind gefälscht.
- Immer mehr. Nach der ersten Zahlung kommt die nächste, mit immer neuen Gründen.
Woran erkennst du Liebesbetrüger?
- Sehr schnelle Liebeserklärungen, bevor ihr euch gesehen habt.
- Kein echter Videoanruf, oder nur kurz, verschwommen, ohne Ton.
- Geschichten voller Dramen und Pech, die nie enden.
- Bitten um Geld, Gutscheinkarten, Krypto oder darum, Pakete oder Geld für jemanden weiterzuleiten.
- Geheimhaltung: „Erzähl deiner Familie noch nichts, die verstehen das nicht.“
- Fotos, die anderswo auftauchen. Eine umgekehrte Bildersuche zeigt oft, dass die Bilder einer anderen Person gehören.
- Investitionsvorschläge von jemandem, den du nur online kennst.
Was tust du, wenn du Betrug vermutest?
- Schick kein Geld, auch nicht „nur dieses eine Mal“.
- Mach eine umgekehrte Bildersuche mit den Profilfotos.
- Bitte um einen spontanen Videoanruf. Wer sich ständig herausredet, hat einen Grund.
- Sprich mit einer Vertrauensperson. Von außen sieht man Muster, die man selbst nicht sehen will.
- Sichere Beweise: Chats, Profile, Fotos, Nummern, Kontodaten.
- Brich den Kontakt ab und melde das Profil in der App oder im Netzwerk.
Und wenn du schon Geld geschickt hast?
- Zahl nichts mehr nach, egal welche Begründung kommt.
- Ruf deine Bank an, über die offizielle Nummer, und frag, ob sich Überweisungen noch zurückholen lassen.
- Hast du auf einer „Investitionsplattform“ eingezahlt, prüf den Namen bei den Warnungen der FMA und erwähne das bei der Anzeige.
- Hast du Ausweis oder Kontozugänge weitergegeben, sag das der Bank und ändere deine Passwörter.
- Misstrau „Rückholdiensten“, die versprechen, dein Geld gegen Gebühr zurückzuholen.
Wo meldest du den Betrug?
- Polizei: Erstatte Anzeige bei jeder Polizeiinspektion. Hinweise nimmt auch die Meldestelle des Bundeskriminalamts unter [email protected] entgegen.
- Watchlist Internet: informiert über aktuelle Maschen und nimmt Meldungen entgegen.
- Die Plattform, auf der ihr euch kennengelernt habt: Melde das Profil.
- Unterstützung für Betroffene: Der Weisse Ring hilft Verbrechensopfern, auch mit dem Opfer-Notruf unter 0800 112 112.
- Das Verzeichnis der Spam-Nummern von NoCall, für die verwendeten Telefonnummern.
Häufige Fragen
Die Person hat mich angerufen, und die Stimme klang echt. Kann es trotzdem Betrug sein? Ja. Hinter einem Profil arbeiten oft mehrere Personen, und Stimmen lassen sich heute auch mit KI erzeugen. Ein Anruf beweist nicht, dass die Person ist, wer sie vorgibt.
Sie hat nicht um Geld gebeten, nur darum, dass ich auf einer Plattform investiere. Ist das dasselbe? Ja, das ist sogar eine der häufigsten Varianten. Die Plattform gehört den Tätern, und das Geld ist weg, sobald du es einzahlst.
Ich schäme mich, Anzeige zu erstatten. Das musst du nicht. Diese Täter sind Profis, die gezielt Gefühle ausnutzen. Deine Anzeige hilft, sie zu verfolgen, und schützt andere.
Ich glaube, ein Angehöriger ist betroffen, aber er hört nicht auf mich. Mach keine Vorwürfe. Stell Fragen („Hast du die Person schon im Video gesehen?“), schlag eine gemeinsame Bildersuche vor und holt euch gemeinsam Rat bei der Polizei oder einer Opferhilfe.
Kurz gesagt
Liebe, die nur online existiert und irgendwann Geld braucht, ist ein Betrug. Kein Geld schicken, Fotos prüfen, auf einem echten Videoanruf bestehen, mit Vertrauenspersonen reden. Ist es schon passiert: nichts nachzahlen, Bank anrufen, Anzeige erstatten, Unterstützung holen. Melde die Nummer im Verzeichnis der Spam-Nummern von NoCall.
Quellen und Prüfung
Geprüft:
- Watchlist Internet – Online-Betrug, -Fallen & -Fakes im Blick
- Meldestellen - Bundeskriminalamt
- Warnungen - FMA Österreich
- Verbrechensopferhilfe - Weisser Ring
Nummerierung, Anbieterwerkzeuge und Meldeverfahren können sich ändern. Prüfen Sie sensible Schritte bei der verlinkten offiziellen Stelle.
Artikeldetails
Redaktionelle Inhalte, von NoCall geprüft, mit praktischem Kontext zum Erkennen verdächtiger Anrufe und Nachrichten.
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