Spam-Anrufe blockieren in der Schweiz: iPhone und Android
Unerwünschte Werbeanrufe und Ping-Anrufe lassen sich deutlich reduzieren. Sterneintrag, Geräte-Einstellungen und Spamfilter der Anbieter wirken am besten in Kombination.

Das Telefon klingelt mitten am Abend, und am anderen Ende meldet sich ein unbekannter Anbieter mit einem «exklusiven Angebot», oder es bleibt einfach still, weil ein Computer tausende Nummern automatisch anwählt. Auch in der Schweiz gehören unerwünschte Anrufe für viele zum Alltag. Die gute Nachricht: Mit dem Sterneintrag, den richtigen Einstellungen auf dem Smartphone und den Spamfiltern der Anbieter lässt sich die Flut deutlich eindämmen.
Warum das Telefon überhaupt klingelt
Die meisten Spam-Anrufe entstehen maschinell: Programme wählen ganze Nummernbereiche durch und verbinden erst, wenn jemand abnimmt. Typisch ist der Ping-Anruf – ein kurzes Klingeln, dann ist die Leitung tot. Wer zurückruft, landet manchmal auf einer teuren Mehrwertnummer mit 090x-Vorwahl, bei der jede Minute kostet.
Auch bei echten Gesprächspartnern lohnt Vorsicht: Die angezeigte Nummer lässt sich technisch leicht fälschen (Caller-ID-Spoofing). Eine Schweizer Vorwahl im Display beweist also nicht, dass der Anruf wirklich aus der Schweiz kommt. Misstrauen ist deshalb angebracht, gerade wenn der Anrufer Druck macht oder persönliche Daten verlangt.
Der Sterneintrag: Ihr Recht auf Werbestopp
In der Schweiz gibt es ein einfaches und wirksames Mittel gegen Werbeanrufe: den Sterneintrag im Telefonverzeichnis. Wer seine Nummer mit einem Stern (*) markieren lässt, signalisiert, keine Werbeanrufe erhalten zu wollen. Anrufe zu Werbezwecken an solche Nummern verstossen gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).
Den Eintrag nehmen Sie bei Ihrem Anbieter vor – bei Swisscom, Sunrise oder Salt geht das meist online im Kundenkonto oder per Anruf beim Kundendienst. Prüfen Sie danach in einem Telefonverzeichnis wie local.ch oder search.ch, ob der Stern korrekt gesetzt ist. Beachten Sie: Der Sterneintrag schützt vor seriösen Werbeanrufern, die sich an die Regeln halten. Kriminelle Callcenter aus dem Ausland kümmern sich nicht darum – gegen diese helfen die technischen Mittel weiter unten.
Blockieren auf Android
Der schnellste Weg führt über die Telefon-App:
- Öffnen Sie die Telefon-App und tippen Sie auf die drei Punkte oben rechts.
- Wählen Sie Einstellungen und dort Blockierte Nummern.
- Tippen Sie auf Nummer hinzufügen und tragen Sie die unerwünschte Rufnummer ein.
- Aktivieren Sie zusätzlich die Spam- und Anrufblockierung – je nach Hersteller heisst der Punkt leicht anders.
Viele Android-Smartphones markieren bekannte Werbe- und Betrugsnummern automatisch im Display, sobald die Anruferkennung aktiviert ist. Wer eine zentrale Lösung möchte, kann ergänzend eine Sperr-App wie NoCall installieren, die gemeldete Problemnummern automatisch herausfiltert.
Blockieren auf dem iPhone
Auf iOS sperren Sie Nummern so:
- Telefon öffnen, auf Zuletzt gehen, neben dem Eintrag das Info-Symbol antippen und ganz unten Diesen Anrufer blockieren auswählen.
- Alternativ: Einstellungen → Telefon → Blockierte Kontakte, um mehrere Nummern zentral zu verwalten.
- Unter Einstellungen → Telefon gibt es zudem die Option Unbekannte Anrufer stummschalten. Anrufe von Nummern, die nicht in Ihren Kontakten stehen, werden dann direkt auf die Mailbox geleitet.
Die Stummschaltung unbekannter Anrufer ist besonders wirksam gegen Ping-Anrufe – allerdings verpassen Sie so auch legitime Anrufe etwa vom Arzt oder vom Lieferdienst. Wägen Sie ab, was für Sie passt.
Spamfilter der Anbieter nutzen
Die Schweizer Anbieter haben eigene Schutzmechanismen aufgebaut. Swisscom etwa filtert erkannte Spamanrufe auf Netzebene und warnt bei verdächtigen Nummern, auch Sunrise und Salt bieten Sperr- und Warnfunktionen an. Fragen Sie bei Ihrem Anbieter nach, welche Optionen für Ihren Anschluss aktiv sind – manche müssen erst im Kundenkonto eingeschaltet werden.
Zusätzlich setzt die Branche zusammen mit dem Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) technische Regeln gegen gefälschte Schweizer Absendernummern aus dem Ausland um. Solche Anti-Spoofing-Massnahmen wirken im Hintergrund und brauchen von Ihnen kein Zutun, machen aber deutlich, warum Meldungen über verdächtige Anrufe so wertvoll sind: Sie liefern die Daten, mit denen Filter trainiert werden.
Verhaltensregeln, die wirklich helfen
Technik allein verhindert nicht jedes Gespräch. Diese Grundregeln schützen zusätzlich:
- Nicht zurückrufen bei verpassten Anrufen unbekannter, vor allem ausländischer Nummern. Wer Wichtiges will, hinterlässt eine Nachricht.
- Keine Daten preisgeben: Passwörter, Codes oder Kreditkartendaten verlangt keine seriöse Stelle per Telefonanruf.
- Auflegen ist immer erlaubt. Beenden Sie das Gespräch, wenn Ihnen etwas seltsam vorkommt – das ist keine Unhöflichkeit, sondern gesunder Menschenverstand.
- Rufnummer sparsam angeben, etwa bei Gewinnspielen oder Online-Formularen ohne Notwendigkeit.
Fazit
Spam-Anrufe verschwinden nie ganz, aber die Kombination aus Sterneintrag, blockierten Nummern, aktivierter Spamerkennung und einer Meldung verdächtiger Anrufe senkt die Belastung spürbar. Richten Sie den Schutz am besten gleich heute ein – und helfen Sie älteren Angehörigen dabei, denn gerade Ping-Anrufe mit teuren Rückrufkosten treffen oft Seniorinnen und Senioren besonders hart.
Quellen und Prüfung
Geprüft:
Nummerierung, Anbieterwerkzeuge und Meldeverfahren können sich ändern. Prüfen Sie sensible Schritte bei der verlinkten offiziellen Stelle.
Artikeldetails
Redaktionelle Inhalte, von NoCall geprüft, mit praktischem Kontext zum Erkennen verdächtiger Anrufe und Nachrichten.
Einen verdächtigen Anruf erhalten?
Schlage die Nummer in NoCall nach, bevor du Daten weitergibst, zurückrufst oder einen Link anklickst.
Suche eine Telefonnummer oder einen Unternehmensnamen (Swisscom, Swisscom und Sunrise...), um zu prüfen, ob sie als Spam gemeldet wurde.
