VishingBedrohungen

Anrufe von Fake-Behörden (Polizei, Zoll): so reagieren Sie richtig

Eine Tonbandstimme der «Federal Police» oder des «Zolls» meldet, Ihr Konto sei in eine Straftat verwickelt oder ein Paket beschlagnahmt, und Sie sollen die Taste 1 drücken? Legen Sie sofort auf. Behörden verlangen am Telefon kein Geld, keine Bankdaten und keine Fernwartungs-App.

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Wenn eine Stimme sich als «Federal Police», «Kantonale Polizei», «Zollbehörde» oder «Internationaler Gerichtshof» ausgibt und Geld, Bankdaten oder die Installation eines Programms verlangt, beenden Sie den Anruf sofort: Das ist Betrug. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) warnt vor genau dieser Masche, und das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) hält fest, dass es Bürgerinnen und Bürger nicht vorab telefonisch kontaktiert.

Wie läuft ein Anruf von Fake-Behörden ab?

Laut BACS meist so:

  1. Eine computergenerierte Stimme meldet sich im Namen einer Behörde, etwa der «Federal Police», der «Zollbehörde», des «Internationalen Gerichtshofs» oder der «Kantonalen Polizei».
  2. Die Drohung: Ihre Bankkontodaten seien im Zusammenhang mit einer Straftat aufgetaucht.
  3. Die Aufforderung: Für weitere Informationen sollen Sie die Taste «1» drücken. Dann übernimmt eine echte Person.
  4. Das Ziel: Sie sollen Geld auf ein Konto einzahlen, persönliche Daten wie Adresse oder Bankverbindung nennen oder, häufig, ein Fernwartungsprogramm installieren, angeblich um Ihr Geld zu «sichern».

Was ist die Zoll-Variante?

Beim Zoll geht es meist um ein angebliches Paket. Das BAZG beschreibt Anrufe oder E-Mails, die zur Abholung eines angeblich bestellten Pakets bei einer Dienststelle auffordern, und warnt davor, dass Betrüger vorher anrufen und sich als Zollfachleute ausgeben, um Vertrauen aufzubauen. Klar ist laut BAZG:

  • Das BAZG versendet Zahlungsaufforderungen nie per E-Mail oder SMS.
  • Es kontaktiert Bürgerinnen, Bürger oder Firmen nicht vorab telefonisch.
  • In den gezeigten Betrugsbeispielen wurden Zahlungen mit Paysafecard verlangt.
  • Das BAZG übernimmt keine Verantwortung für Kosten, die durch solche Betrügereien entstehen.

Die Empfehlung des BAZG: den Anruf oder die Nachricht ignorieren beziehungsweise löschen.

Woran erkenne ich, dass es nicht die echte Polizei ist?

  • Tonbandansage plus «Taste 1»: Genau dieses Muster beschreibt das BACS als typisch für die Masche.
  • Druck und Drohung: Sie sollen sofort handeln, sonst drohten Konsequenzen.
  • Forderungen am Telefon: Geld, Bankverbindung, Kartendaten, Zahlungen mit Paysafecard oder eine Fernwartungs-App.
  • Englische Behördennamen wie «Federal Police» für eine Schweizer Behörde.

Eine Schweizer Nummer am Display ist kein Beweis. Seit dem 1. Januar 2026 (Festnetz) und dem 1. Juli 2026 (Handy) müssen Auslandsanrufe mit Schweizer Nummern zwar gekennzeichnet werden, damit Ihr Anbieter gefälschte Nummern entfernen oder den Anruf unterbinden kann, wie das BAKOM erklärt. Anrufe mit ausländischen Nummern sind davon aber nicht betroffen.

Was tun während des Anrufs?

  1. Auflegen. Drücken Sie keine Taste und diskutieren Sie nicht.
  2. Nichts installieren und keine Daten nennen.
  3. Selbst nachfragen: Wenn Sie unsicher sind, kontaktieren Sie den nächsten Polizeiposten über eine Nummer, die Sie selbst nachgeschlagen haben. Polizeiposten finden Sie über Suisse ePolice.

Was tun, wenn ich schon reagiert habe?

Das BACS empfiehlt:

  1. Kreditkartendaten genannt: sofort den Kartenherausgeber kontaktieren und die Karte sperren lassen.
  2. Geld bezahlt: umgehend die Bank kontaktieren, damit sie die Zahlung eventuell stoppen kann.
  3. Fernwartungsprogramm installiert: sofort deinstallieren und alle Passwörter auf dem betroffenen Gerät ändern.
  4. Finanzieller Schaden: Strafanzeige bei der örtlichen Polizei erstatten. Das BACS selbst nimmt laut seiner Meldeseite keine Strafanzeigen entgegen. In akuten Notfällen wählen Sie 112 oder 117.

Auch ohne Schaden lohnt sich eine Meldung über das Online-Formular des BACS: Die gesammelten Meldungen zeigen, welche Maschen gerade laufen.

Wie verbreitet sind diese Anrufe?

Sehr, aber mit sinkender Tendenz. Laut BACS gehörten Anrufe falscher Behörden mit Schweizer Nummern in den vergangenen Jahren zu den am häufigsten gemeldeten Vorfällen; von Januar bis Juni 2026 waren es regelmässig über 400 Meldungen pro Monat, im Juli 2026 noch unter 100. Für das erste Halbjahr 2026 nennt der Halbjahresbericht 3'817 Meldungen zu betrügerischen Drohanrufen im Namen von Behörden, 64 Prozent weniger als im Vorjahreshalbjahr. Gleichzeitig wurde Phishing per Telefon zur meistgemeldeten Phishing-Methode, etwa durch Anrufe angeblicher Bankmitarbeitender. Die Masche verschwindet also nicht, sie wechselt die Verkleidung.

Eine App zur Anruferkennung wie NoCall kann anzeigen, ob eine Nummer schon von anderen gemeldet wurde. Die wichtigste Regel bleibt aber: Keine Behörde verlangt am Telefon Geld oder Zugriff auf Ihren Computer.

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