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Telefonbetrug melden: Was das BACS-Meldeformular bringt und warum Sie trotzdem zur Polizei sollten

Eine Meldung beim Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) hilft, Betrugswellen zu erkennen und zu stoppen, ist aber keine Strafanzeige. Wer Geld verloren hat, muss zusätzlich Anzeige bei der Polizei erstatten und sofort die Bank informieren.

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Eine Meldung beim Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) ist sinnvoll, weil sie hilft, Betrugswellen zu erkennen, aber sie ist keine Strafanzeige: Das BACS nimmt laut eigener Aussage keine Strafanzeigen entgegen. Haben Sie Geld verloren oder Daten preisgegeben, müssen Sie deshalb zusätzlich zur Polizei und sofort Ihre Bank oder Ihren Kartenherausgeber informieren.

Was passiert, wenn ich dem BACS einen Betrugsanruf melde?

Über das Meldeformular machen Sie eine freiwillige Meldung. Sie beantworten einige Fragen, erhalten eine automatische Ersteinschätzung und können den Fall danach an das BACS zur weiteren Bearbeitung weiterleiten. Laut BACS hilft Ihre Meldung, Trends bei Gefahren im Internet zu erkennen und gezielt dagegen vorzugehen.

Was das BACS nicht ist:

  • keine Strafverfolgungsbehörde: Es nimmt keine Strafanzeigen entgegen;
  • kein Notfalldienst: Meldungen werden nicht rund um die Uhr bearbeitet. In akuten Notfällen verweist das BACS auf die Notrufnummern 112 oder 117.

Bringt eine einzelne Meldung überhaupt etwas?

Ja, als Teil des Gesamtbilds. Im ersten Halbjahr 2026 gingen beim BACS 27'128 freiwillige Meldungen ein. Von Januar bis Juni waren es laut Bundesrat regelmässig über 400 Meldungen pro Monat zu betrügerischen Anrufen im Namen von Behörden. Nachdem die Pflicht, Anrufe mit mutmasslich gefälschten Schweizer Nummern zu kennzeichnen, am 1. Juli 2026 auf Mobilnummern ausgeweitet wurde, sank diese Zahl im Juli auf unter 100, ein Rückgang von über 75 Prozent. Die Wirkung der Massnahme liess sich also direkt an den eingegangenen Meldungen ablesen.

Warum muss ich trotzdem zur Polizei?

Nur eine Strafanzeige setzt ein Strafverfahren in Gang. Das BACS empfiehlt ausdrücklich: Wer einen finanziellen Schaden erlitten hat, soll bei der lokalen Polizei Strafanzeige erstatten.

Online geht das nur eingeschränkt. Über Suisse ePolice lassen sich laut BACS nur drei Delikte online anzeigen: der Missbrauch Ihrer Daten für eine Bestellung, bezahlte, aber nicht gelieferte Ware sowie falsche Wohnungs- oder Immobilieninserate. Für alle anderen Delikte, also auch für die meisten Telefonbetrüge, müssen Sie auf einen Polizeiposten. Suisse ePolice hilft, den nächsten Posten zu finden.

Was mache ich direkt nach einem Betrugsanruf?

Das BACS gibt für Vishing, also Betrug per Telefon, folgende Schritte vor (BACS):

  1. Beenden Sie das Gespräch sofort.
  2. Kartendaten genannt? Kontaktieren Sie umgehend Ihren Kartenherausgeber, damit die Karte gesperrt wird.
  3. Passwort genannt? Ändern Sie es sofort bei allen Diensten, bei denen Sie es verwenden, und nutzen Sie für jeden Dienst ein eigenes, starkes Passwort.
  4. E-Mail-Passwort verraten? Setzen Sie auch die Passwörter der Webdienste zurück, die mit diesem Konto verbunden sind.
  5. Fernzugriffs-Software installiert? Deinstallieren Sie sie sofort und ändern Sie alle Passwörter, die Sie auf diesem Gerät verwenden.
  6. Geld verloren? Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei.
  7. Melden Sie den Anruf dem BACS, damit er in die Lagebeurteilung einfliesst.

Woran erkenne ich einen Betrugsanruf?

Das BACS beschreibt typische Muster:

  • Die Anrufer geben sich als Bankmitarbeitende aus, behaupten, eine Zahlung sei fehlerhaft, oder verlangen Zahlungen.
  • Sie behaupten, Sie müssten Ihr E-Banking aktualisieren und gemeinsam testen.
  • Sie sprechen teils fliessend Schweizerdeutsch, was sie glaubwürdiger macht.
  • Sie fälschen oder unterdrücken die Nummer.
  • Sie drohen mit Geldverlust, Strafanzeige oder einer Konto- bzw. Kartensperre.

Grundregel des BACS: Geben Sie nie Passwörter oder Kartendaten am Telefon heraus, aktivieren Sie wo möglich die Zwei-Faktor-Authentifizierung und seien Sie skeptisch bei Anrufen, die mit Konsequenzen drohen.

Was gehört in welche Meldung?

ZielStelleWann
Lagebild verbessern, Betrugswellen erkennenBACS-Meldeformularbei jedem Betrugsversuch, auch ohne Schaden
Strafverfahren einleitenPolizei (Posten oder in drei Fällen Suisse ePolice)wenn Sie Geld oder Daten verloren haben
Schaden begrenzenBank, Kartenherausgebersofort, noch vor allen Meldungen
Akute Gefahr112 oder 117sofort

Kurz gesagt

Melden Sie Betrugsanrufe dem BACS, denn das hilft allen. Aber verwechseln Sie die Meldung nicht mit einer Anzeige: Bei einem Schaden gehen Sie zur Polizei und informieren sofort Ihre Bank. Eine App zur Anruferkennung wie NoCall kann bei Nummern warnen, die andere bereits gemeldet haben.

N
Von NoCall-Team
NoCall-Redaktion
3 Min. Lesezeit
#BACS#Meldeformular#Telefonbetrug#Vishing#Strafanzeige#Polizei#Suisse ePolice

Quellen und Prüfung

Geprüft:

Nummerierung, Anbieterwerkzeuge und Meldeverfahren können sich ändern. Prüfen Sie sensible Schritte bei der verlinkten offiziellen Stelle.

Artikeldetails

Redaktionelle Inhalte, von NoCall geprüft, mit praktischem Kontext zum Erkennen verdächtiger Anrufe und Nachrichten.

Autor: NoCall-Team3 Min. Lesezeit

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