Ich verkaufe auf Ricardo, Tutti oder Marketplace, und der «Käufer» will meine Daten oder schickt einen Link
Du stellst etwas zum Verkauf ein, und ein angeblicher Käufer schickt dir einen Link, um «die Zahlung zu empfangen» oder «den Versand mit der Post zu organisieren», oder fragt nach deinen Kartendaten. Das ist Kleinanzeigenbetrug. So erkennst du ihn und das tust du, wenn du schon hereingefallen bist.
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Ich verkaufe auf Ricardo, Tutti oder Marketplace, und der «Käufer» will meine Daten oder schickt einen Link
Du hast das alte Velo, die Spielkonsole oder die Winterjacke auf Ricardo, Tutti oder Facebook Marketplace inseriert, und schon nach wenigen Minuten meldet sich jemand: Er wolle das Objekt sofort kaufen, ohne zu verhandeln, aber er sei gerade im Ausland oder könne es nicht abholen. Die Bezahlung laufe «über den sicheren Service der Post» oder «über TWINT», du müsstest nur einem Link folgen, um das Geld zu empfangen. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) beschreibt diese Masche als Kleinanzeigenbetrug. Als Verkäuferin oder Verkäufer musst du nie Kartendaten eingeben, um Geld zu erhalten.
Wie funktioniert der Betrug mit dem falschen Käufer?
- Schnelles, unkompliziertes Interesse. Der Käufer akzeptiert den Preis sofort, stellt kaum Fragen und will den Chat schnell auf WhatsApp oder per SMS verlagern.
- Der Link zur «Zahlung». Er schickt einen Link, der aussieht wie eine Seite der Post, eines Paketdienstes, von TWINT oder der Plattform. Dort sollst du «die Zahlung annehmen».
- Die Kartendaten. Auf der gefälschten Seite sollst du Kartennummer, Ablaufdatum und Prüfnummer eingeben, oft auch einen Bestätigungscode aus deiner Banking-App oder per SMS. Damit belasten die Täter deine Karte.
- Weitere Varianten. Gefälschte Zahlungsbestätigungen per E-Mail, oder der Käufer «überzahlt» und verlangt die Differenz zurück, die das BACS als Überzahlbetrug beschreibt. Manche verlangen auch eine Kopie deines Ausweises «zur Verifizierung».
Wie erkenne ich, dass der Käufer falsch ist?
- Er will den Chat sofort verlassen und auf WhatsApp, SMS oder E-Mail weitermachen.
- Er kann nicht persönlich abholen, schickt angeblich einen Kurier oder nutzt einen «Versandservice».
- Ein Link, um Geld zu empfangen. Echtes Geld bekommst du ohne Eingabe deiner Kartendaten.
- Die Adresse des Links passt nicht zur offiziellen Domain der Post, der Plattform oder deiner Bank, mit Zusatzwörtern oder seltsamen Endungen.
- Er verlangt Ausweiskopien oder Bestätigungscodes.
- Er hat es eilig und drängt dich, die Zahlung «noch heute» abzuschliessen.
Was tue ich jetzt sofort?
- Öffne den Link nicht und gib keine Kartendaten oder Codes ein.
- Bleib im Chat der Plattform und nutze nur ihre offiziellen Zahlungs- und Versandoptionen, falls sie welche anbietet.
- Verkaufe bevorzugt bei persönlicher Übergabe, mit Bargeld oder einer TWINT-Zahlung, die du in deiner eigenen App eingehen siehst, bevor du das Objekt übergibst.
- Melde den Käufer der Plattform, damit sie das Profil sperren kann.
- Melde die gefälschte Website auf antiphishing.ch.
Und wenn ich meine Daten oder einen Code schon eingegeben habe?
- Ruf sofort deine Bank oder deinen Kartenherausgeber an über die Nummer auf der Rückseite der Karte und lass die Karte sperren.
- Prüfe deine Bewegungen und beanstande Belastungen, die du nicht kennst.
- Hast du einen Bestätigungscode eingegeben, sag das der Bank ausdrücklich: Möglicherweise wurde eine Zahlung freigegeben.
- Hast du eine Ausweiskopie geschickt, melde das der Ausweisstelle deiner Gemeinde oder deines Kantons, wie es das BACS empfiehlt, und informiere die Plattform.
- Ändere das Passwort deines Plattform-Kontos, wenn du es auf einer gefälschten Seite eingegeben hast.
Wo erstatte ich Anzeige?
- Strafanzeige bei der Kantonspolizei, mit Screenshots des Chats, des Links und der Profile. Den nächsten Posten findest du über Suisse ePolice.
- Meldung ans BACS über das Meldeformular.
Häufige Fragen
Kann man mich allein mit meiner Kartennummer bestehlen? Mit Kartennummer, Ablaufdatum und Prüfnummer sind Online-Zahlungen möglich, auch wenn viele zusätzlich eine Bestätigung verlangen. Lass die Karte darum sofort sperren.
Der Käufer sagt, die Plattform «verlangt» eine Verifizierung meiner Karte. Stimmt das? Nein. Lies auf der offiziellen Website der Plattform nach, wie Zahlungen dort funktionieren, statt einem Link im Chat zu folgen.
Ist der Verkauf bei persönlicher Übergabe sicher? Sicherer, ja. Triff dich an einem belebten Ort, prüfe Bargeld oder den Zahlungseingang in deiner eigenen App und übergib das Objekt erst dann.
Der Link kam per SMS und nicht über den Chat. Ändert das etwas? Nein, eher im Gegenteil: Es ist ein zusätzliches Warnzeichen. Gefälschte Links kommen über jeden Kanal.
Zusammengefasst
Ein eiliger Käufer, ein Link, um Geld zu «empfangen», und eine Seite, die Kartendaten will: Das ist Kleinanzeigenbetrug. Bleib im Chat der Plattform, verkaufe möglichst persönlich und gib nie Kartendaten ein, um bezahlt zu werden. Melde die Nummer des Käufers im Verzeichnis der Spam-Nummern von NoCall.
Quellen und Prüfung
Geprüft:
- Kleinanzeigenbetrug - BACS
- Überzahlbetrug (Checkbetrug) - BACS
- antiphishing.ch
- Suisse ePolice
- Melden Sie an das BACS
Nummerierung, Anbieterwerkzeuge und Meldeverfahren können sich ändern. Prüfen Sie sensible Schritte bei der verlinkten offiziellen Stelle.
Artikeldetails
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