Jobangebot per WhatsApp oder Telegram: der Betrug mit den «Aufgaben»
Eine unbekannte Person bietet dir leichtes Geld von zu Hause an: Videos liken, Hotels bewerten, Produkte «pushen». Erst wird bezahlt, dann sollst du einzahlen. So funktioniert die Masche und das solltest du tun.
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Jobangebot per WhatsApp oder Telegram: der Betrug mit den «Aufgaben»
«Grüezi, ich bin Sarah von einer Personalagentur. Wir suchen Teilzeitkräfte, 200 bis 800 Franken pro Tag, von zu Hause aus, nur mit dem Handy. Interessiert?» Solche Nachrichten kommen per WhatsApp, Telegram oder SMS, oft von ausländischen Nummern. Die «Arbeit» klingt harmlos: YouTube-Videos liken, Hotels oder Produkte bewerten, Bestellungen «abschliessen». Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) beschreibt diese betrügerischen Jobangebote ausführlich. Am Ende zahlst nicht du einen Lohn ein, sondern dein eigenes Geld, und es kommt nicht zurück.
Wie funktioniert der Betrug mit den «Aufgaben»?
- Die Kontaktaufnahme. Eine freundliche Nachricht im Namen einer bekannten Firma oder einer «Agentur», ohne Bewerbung, ohne Vorstellungsgespräch.
- Die ersten Aufgaben werden bezahlt. Ein paar Likes, ein paar Franken auf deinem Konto oder per TWINT. Das schafft Vertrauen.
- Der Wechsel auf eine Plattform. Du sollst dich auf einer Website registrieren, die einer echten Firma nachempfunden ist. Dort siehst du ein wachsendes «Guthaben».
- Die Einzahlungen. Für «Premium-Aufgaben» oder um dein Konto «aufzuladen», sollst du selbst Geld einzahlen, oft in Kryptowährung. Die Gewinne auf dem Bildschirm steigen, aber auszahlen lassen kannst du sie nicht.
- Die Blockade. Für die Auszahlung verlangt man «Steuern», «Gebühren» oder eine weitere Einzahlung. Sobald du nicht mehr zahlst, verschwindet der Kontakt.
Eine verwandte Variante: Du sollst nur «Zahlungen weiterleiten», also Geld auf dein Konto empfangen und weiterüberweisen. Damit wirst du zum sogenannten Finanzagenten und hilfst unwissentlich bei Geldwäscherei, was auch für dich strafrechtliche Folgen haben kann.
Woran erkenne ich den Betrug?
- Ein Jobangebot, für das du dich nie beworben hast.
- Viel Geld für fast keine Arbeit.
- Kein Arbeitsvertrag, keine Anmeldung, keine Lohnabrechnung, keine Sozialversicherungsbeiträge.
- Du sollst selbst Geld einzahlen, um arbeiten oder deinen Lohn auszahlen zu können.
- Kryptowährung als Zahlungsmittel.
- Gruppen auf Telegram, in denen andere «Mitarbeiter» begeistert von ihren Gewinnen berichten. Oft sind das Komplizen oder Bots.
- Druck: Die «Aufgabe» müsse heute abgeschlossen werden, sonst verfalle alles.
Was tue ich, wenn sie mir gerade geschrieben haben?
- Antworte nicht und klicke auf keinen Link.
- Prüfe die Firma selbst, wenn du unsicher bist: Website selbst eintippen und über die offizielle Kontaktadresse fragen, ob es das Angebot gibt. Seriöse Firmen rekrutieren nicht über Zufallsnachrichten auf WhatsApp.
- Blockiere und melde den Absender in WhatsApp oder Telegram über die Meldefunktion, wie es auch das BACS empfiehlt.
- Gib keine Kopie deines Ausweises, keine Bankdaten und keine Wohnadresse heraus.
Und wenn ich schon gezahlt oder Daten geschickt habe?
- Zahle nichts mehr. Keine «Steuer» und keine «Gebühr» bringt dir dein Geld zurück.
- Kontaktiere sofort deine Bank über die Nummer auf der Karte oder in der App, wenn du per Überweisung, Karte oder TWINT bezahlt hast. Bei Kryptowährung sind Rückbuchungen meist nicht möglich, aber die Angaben sind für die Ermittlungen wichtig.
- Hast du Geld für andere weitergeleitet, hör sofort damit auf und informiere deine Bank und die Polizei.
- Hast du eine Ausweiskopie geschickt, melde das bei der Anzeige und der Ausweisstelle deiner Gemeinde oder deines Kantons. Achte in den nächsten Monaten auf Verträge oder Rechnungen, die du nicht kennst.
- Sichere Beweise: Chats, Namen, Nummern, Website-Adressen, Wallet-Adressen und Zahlungsbelege.
Wo zeige ich es an?
- Strafanzeige bei der Kantonspolizei, mit allen Belegen. Den nächsten Posten findest du über Suisse ePolice.
- Meldung ans BACS über das Meldeformular.
- Meldung in der App (WhatsApp, Telegram), damit das Konto gesperrt werden kann.
Häufige Fragen
Die ersten Aufgaben wurden wirklich bezahlt. Beweist das nicht, dass es seriös ist? Nein. Die kleinen Auszahlungen sind die Investition der Täter in dein Vertrauen. Das Geld, das du später einzahlst, ist um ein Vielfaches höher.
Ist es verboten, für Geld zu liken oder Bewertungen zu schreiben? Gekaufte Bewertungen können je nach Fall gegen das Lauterkeitsrecht verstossen, aber dein eigentliches Risiko ist ein anderes: Du verlierst Geld, und wenn du Zahlungen weiterleitest, kannst du selbst in ein Strafverfahren geraten.
Ich soll eine Steuer zahlen, um mein Guthaben auszuzahlen. Soll ich? Nein. Das Guthaben existiert nur auf dem Bildschirm. Jede weitere Zahlung ist verloren.
Wie sind sie an meine Nummer gekommen? Meist aus Datenlecks oder durch automatisches Durchprobieren von Nummern. Du wurdest nicht persönlich ausgesucht.
Zusammengefasst
Ein Job ohne Bewerbung, viel Geld für Likes und plötzlich eigene Einzahlungen: Das ist der Task-Scam. Antworte nicht, zahle nichts ein, leite kein Geld für andere weiter, und hast du bezahlt, ruf die Bank an und erstatte Anzeige. Melde die Nummer im Verzeichnis der Spam-Nummern von NoCall, damit andere die Nachricht erkennen.
Quellen und Prüfung
Geprüft:
Nummerierung, Anbieterwerkzeuge und Meldeverfahren können sich ändern. Prüfen Sie sensible Schritte bei der verlinkten offiziellen Stelle.
Artikeldetails
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