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Paket beim Zoll blockiert: die falsche Gebührenzahlung per SMS oder Anruf

Eine SMS, eine WhatsApp-Nachricht oder ein Anruf: Dein Paket werde beim Zoll zurückgehalten, und du musst ein paar Franken zahlen, um es freizugeben. Das ist fast immer Betrug. So funktioniert die Masche, so unterscheidest du echte Zollabgaben von gefälschten und das tust du, wenn du schon gezahlt hast.

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Paket beim Zoll blockiert: die falsche Gebührenzahlung per SMS oder Anruf

«Ihre Sendung wird beim Zoll zurückgehalten. Bitte begleichen Sie die Einfuhrgebühren von CHF 2.99, sonst wird das Paket retourniert.» Dazu ein Link. Oder ein Anruf eines angeblichen Zollbeamten, der dir erklärt, ein Paket aus dem Ausland sei beschlagnahmt worden. Solche Nachrichten kommen im Namen der Post, von DHL, UPS oder direkt «vom Zoll». Echte Zollabgaben gibt es, aber du bezahlst sie nicht über einen Link in einer unerwarteten SMS.

Wie funktioniert der Betrug mit Zollgebühren?

  1. Die Nachricht: Paket blockiert, kleine Gebühr fällig, kurze Frist.
  2. Der Link: Er führt auf eine Seite, die wie die Post, ein Kurierdienst oder eine Behörde aussieht.
  3. Die Kartendaten: Du sollst Kartennummer, Ablaufdatum und Prüfnummer eingeben, oft auch den Bestätigungscode aus deiner Banking-App. Damit werden grössere Beträge abgebucht.
  4. Die Abofalle: Manchmal wird aus der kleinen Zahlung ein Abo mit wiederkehrenden Belastungen. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) nennt das Paket-Abofalle.

Eine weitere Variante kennt man aus dem Liebesbetrug: Eine Online-Bekanntschaft hat dir angeblich ein teures Geschenk geschickt, und nun verlangt ein «Zoll» oder eine «Kurierfirma» hohe Gebühren für die Freigabe.

Warum wirkt das so glaubwürdig?

  • Viele bestellen im Ausland, und bei Sendungen in die Schweiz fallen tatsächlich oft Abgaben an.
  • Der Betrag ist klein, sodass kaum jemand misstrauisch wird.
  • Die Seiten sind gut gemacht, mit Logos und Sendungsnummern, die echt aussehen.

Wie unterscheide ich echte Zollabgaben von gefälschten?

So funktioniert es wirklich: Bei Sendungen aus dem Ausland übernimmt der Transporteur, also die Post, DHL, UPS oder ein anderer Kurier, die Zollanmeldung. Der Zoll berechnet Zoll und Mehrwertsteuer, und der Transporteur verlangt eine Entschädigung für die Verzollung. Beides wird dir zusammen vom Transporteur in Rechnung gestellt. Das erklärt das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) unter Interneteinkauf, Post- und Kuriersendungen. Daraus folgt:

  • Das BAZG schreibt dir nicht per SMS, um Gebühren für ein privates Paket einzuziehen.
  • Echte Abgaben lassen sich mit deiner Sendungsnummer in der offiziellen App oder auf der offiziellen Website des Transporteurs prüfen, bei der Post also auf post.ch.
  • Die Sendungsnummer stimmt mit der überein, die dir der Shop gegeben hat.
  • Ein Zollbeamter ruft dich nicht an, um am Telefon Kartendaten aufzunehmen.

Was tue ich jetzt sofort?

  1. Klicke nicht auf den Link und antworte nicht.
  2. Prüfe selbst: Öffne die App oder Website des Transporteurs, indem du die Adresse selbst eintippst, und gib deine Sendungsnummer ein.
  3. Erwartest du kein Paket, lösche die Nachricht.
  4. Melde die gefälschte Website auf antiphishing.ch.
  5. Bei einem Anruf leg auf und gib keine Daten preis.

Und wenn ich schon gezahlt oder meine Kartendaten angegeben habe?

  1. Ruf sofort deine Bank oder deinen Kartenherausgeber an über die Nummer auf der Rückseite der Karte und lass die Karte sperren.
  2. Hast du einen Bestätigungscode eingegeben, sag das ausdrücklich.
  3. Prüfe deine Belastungen in den kommenden Wochen, auch auf wiederkehrende Kleinbeträge.
  4. Erstatte Strafanzeige bei der Kantonspolizei, mit Screenshots der Nachricht und des Links. Den nächsten Posten findest du über Suisse ePolice.

Häufige Fragen

Ich erwarte ein Paket aus dem Ausland. Woran erkenne ich, ob die Gebühren echt sind? Daran, dass sie in der Sendungsverfolgung des Transporteurs erscheinen, wenn du deine Sendungsnummer selbst eingibst. Bezahle nur über diesen offiziellen Kanal.

Man hat mich angerufen, und ich habe Namen und Adresse genannt, aber keine Karte. Ist das schlimm? Nicht direkt, aber rechne mit weiteren, gezielteren Betrugsversuchen. Sei bei Anrufen und Nachrichten in den nächsten Wochen besonders vorsichtig.

Jemand, den ich online kennengelernt habe, hat mir ein Geschenk geschickt, und jetzt will der Zoll Geld. Ist das normal? Nein. Das ist ein typisches Muster des Liebesbetrugs. Zahle nichts und brich den Kontakt ab. Das BACS beschreibt solche Maschen unter Phishing, Vishing, Smishing.

Kann ich mich beschweren, wenn die Bank mir das Geld nicht erstattet? Sprich zuerst mit deiner Bank und lass dir die Entscheidung schriftlich geben. Bei Streitigkeiten mit Banken gibt es in der Schweiz einen Bankenombudsman als Schlichtungsstelle.

Zusammengefasst

Echte Zollabgaben stellt dir der Transporteur in Rechnung, und du kannst sie mit deiner Sendungsnummer selbst prüfen. Eine SMS mit Link und kleiner Gebühr ist fast immer Betrug. Klicke nicht, prüfe selbst, und hast du deine Karte eingegeben, lass sie sofort sperren. Melde die Absendernummer im Verzeichnis der Spam-Nummern von NoCall.

N
Von NoCall-Team
NoCall-Redaktion
4 Min. Lesezeit
#Zoll#Paket blockiert#Verzollung#Smishing#Die Post#BAZG

Quellen und Prüfung

Geprüft:

Nummerierung, Anbieterwerkzeuge und Meldeverfahren können sich ändern. Prüfen Sie sensible Schritte bei der verlinkten offiziellen Stelle.

Artikeldetails

Redaktionelle Inhalte, von NoCall geprüft, mit praktischem Kontext zum Erkennen verdächtiger Anrufe und Nachrichten.

Autor: NoCall-Team4 Min. Lesezeit

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