Falscher Microsoft-Techniker: der Anruf, weil dein Computer angeblich «einen Virus hat»
Jemand von «Microsoft», «Apple» oder deinem Virenschutz ruft an: Dein Computer sei infiziert, du sollst AnyDesk oder TeamViewer installieren. Das ist Fake-Support. So erkennst du ihn und das tust du, wenn du schon Zugriff gegeben hast.
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Falscher Microsoft-Techniker: der Anruf, weil dein Computer angeblich «einen Virus hat»
Eine Stimme, oft auf Englisch oder in holprigem Deutsch, stellt sich als «Microsoft Support», «Windows-Sicherheitsabteilung» oder als Mitarbeiter deines Virenschutzes vor: Dein Computer sende Fehlermeldungen, sei mit einem Virus infiziert oder werde gerade gehackt. Damit es schnell geht, sollst du ein Programm wie AnyDesk, TeamViewer oder QuickSupport installieren. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) nennt diese Masche Fake-Support, und seine Empfehlung ist klar: Brich solche Anrufe sofort ab.
Wie funktioniert der Betrug?
- Der Kontakt. Ein unerwarteter Anruf, oder ein Pop-up im Browser mit Alarmton, das behauptet, dein Gerät sei gesperrt, und eine «Support-Nummer» anzeigt. Wer dort anruft, landet direkt bei den Tätern.
- Die Angst. Man lässt dich harmlose Systemanzeigen öffnen (etwa die Ereignisanzeige) und erklärt die normalen Warnungen darin zu «Beweisen» einer Infektion.
- Der Fernzugriff. Du sollst ein Fernwartungsprogramm installieren und den angezeigten Code durchgeben. Ab dann sehen und steuern sie deinen Bildschirm.
- Das Geld. Entweder verkaufen sie dir eine nutzlose «Lizenz» oder einen «Schutzvertrag», oder sie lassen dich ins E-Banking einloggen, angeblich um eine Rückerstattung zu verbuchen. Dann wird die Summe «aus Versehen» zu hoch, und du sollst den Rest zurückzahlen, per Überweisung, Kryptowährung oder Gutscheinkarten.
- Die Spuren. Manchmal bleibt Schadsoftware zurück, mit der sie später weiter zugreifen.
Was sind die Warnsignale?
- Microsoft, Apple oder dein Virenschutz rufen dich nicht unaufgefordert an, um Probleme auf deinem Computer zu melden.
- Man verlangt, dass du ein Fernwartungsprogramm installierst.
- Ein Pop-up mit Alarmton und Telefonnummer, das sich nicht schliessen lässt.
- Du sollst dich ins E-Banking einloggen, während jemand zuschaut.
- Zahlung mit Gutscheinkarten (Google Play, Apple, Paysafecard) oder Kryptowährung.
- Druck und Drohungen: «Wenn Sie jetzt auflegen, gehen alle Ihre Daten verloren.»
Was tue ich, wenn sie mich gerade anrufen?
- Leg auf. Du schuldest niemandem eine Erklärung.
- Installiere nichts, gib keine Codes durch und öffne keine Websites, die man dir diktiert.
- Bei einem Pop-up: Ruf die angezeigte Nummer nicht an. Schliesse den Browser, notfalls über den Task-Manager, oder starte das Gerät neu.
- Notiere die Nummer und melde sie.
Und wenn ich schon Zugriff gegeben habe?
Handle der Reihe nach:
- Trenne den Computer vom Internet (WLAN aus, Kabel ziehen).
- Deinstalliere das Fernwartungsprogramm, wie das BACS empfiehlt.
- Ruf sofort deine Bank an, über die Nummer auf deiner Karte oder in der App, wenn du dich ins E-Banking eingeloggt, Kartendaten genannt oder Zahlungen ausgelöst hast. Lass Karte und Zugang sperren.
- Ändere deine Passwörter von einem anderen, sauberen Gerät aus, zuerst E-Mail und E-Banking, und aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Das BACS erklärt das unter Konto gehackt – was nun?.
- Lass den Computer prüfen oder neu aufsetzen. Die sicherste Variante ist ein vollständiges Neuaufsetzen; sichere vorher nur deine persönlichen Dateien.
- Prüfe in den kommenden Wochen deine Konto- und Kartenbewegungen.
Wie zeige ich das an?
- Strafanzeige bei der Kantonspolizei, mit Telefonnummer, Datum, Name des Programms, Zahlungsbelegen und, falls vorhanden, Screenshots. Den nächsten Posten findest du über Suisse ePolice.
- Meldung ans BACS über das Meldeformular. Die Meldungen helfen, laufende Wellen zu erkennen und die Bevölkerung zu warnen.
- Bei Gutscheinkarten wende dich sofort an den Herausgeber der Karte; manchmal lässt sich noch nicht eingelöstes Guthaben sperren.
Wie schütze ich mich beim nächsten Mal?
- Merk dir die Regel: Technischer Support ruft nicht unaufgefordert an. Du suchst ihn, nicht umgekehrt.
- Halte Betriebssystem, Browser und Virenschutz aktuell.
- Erkläre die Masche älteren Angehörigen: Sie sind ein bevorzugtes Ziel.
- Vereinbart in der Familie, dass niemand einem Unbekannten Fernzugriff gibt, ohne vorher jemanden aus der Familie zu fragen.
Häufige Fragen
Können Microsoft oder Apple mich wirklich anrufen? Nicht unaufgefordert wegen eines Problems auf deinem Computer. Kontakt gibt es höchstens, wenn du selbst über die offizielle Website eine Support-Anfrage gestellt hast.
Sie haben angerufen, aber ich habe nichts installiert. Bin ich in Gefahr? Nein. Ohne Fernzugriff und ohne Daten haben sie nichts in der Hand. Blockiere die Nummer und melde sie.
Sind AnyDesk und TeamViewer gefährlich? Nein, es sind legitime Programme, die auch echte IT-Abteilungen nutzen. Gefährlich ist, wem du damit Zugriff gibst.
Jetzt rufen sie wieder an und sagen, sie könnten mein Geld zurückholen. Stimmt das? Nein. Das ist der sogenannte Recovery-Betrug, oft dieselben Täter. Niemand Seriöses verlangt Gebühren im Voraus, um verlorenes Geld zurückzuholen.
Zusammengefasst
Unaufgeforderter Support-Anruf, Fernwartungsprogramm, E-Banking unter Aufsicht, Gutscheinkarten: Das ist Fake-Support. Leg auf, installiere nichts, und hast du schon Zugriff gegeben, trenne das Gerät vom Netz, ruf deine Bank an und erstatte Anzeige. Melde die Nummer im Verzeichnis der Spam-Nummern von NoCall, damit andere gewarnt sind.
Quellen und Prüfung
Geprüft:
- Fake-Support - BACS
- Konto gehackt oder Daten abgeflossen – Was nun? - BACS
- Suisse ePolice
- Melden Sie an das BACS
Nummerierung, Anbieterwerkzeuge und Meldeverfahren können sich ändern. Prüfen Sie sensible Schritte bei der verlinkten offiziellen Stelle.
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