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«Hallo Mami, das ist meine neue Nummer»: Was tun, wenn dein «Kind» per WhatsApp Geld will

Eine unbekannte Nummer schreibt dir auf WhatsApp, angeblich dein Sohn oder deine Tochter, mit neuem Handy und einer dringenden Zahlung. So entlarvst du die Masche in einer Minute, und das tust du, wenn du schon bezahlt hast.

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«Hallo Mami, das ist meine neue Nummer»: Was tun, wenn dein «Kind» per WhatsApp Geld will

«Hallo Mami, mein Handy ist kaputt, das ist meine neue Nummer. Kannst du sie speichern?» Oder: «Hoi Papi, ich schreibe dir von einem geliehenen Handy.» Die Nachricht kommt per WhatsApp von einer Nummer, die nicht in deinen Kontakten steht, und kurz darauf folgt die Dringlichkeit: Heute muss etwas bezahlt werden, und «dein Kind» kann es gerade nicht selbst erledigen. Wenn du diese Nachricht offen hast, halte kurz inne: Das ist eine der verbreitetsten Maschen in der Schweiz und in ganz Europa, und ein einziger Anruf auf die gewohnte Nummer lässt sie auffliegen.

Wie funktioniert diese Masche?

Die Täter wissen nicht, wer du bist. Sie schicken denselben Gruss an Tausende Nummern und warten, bis jemand antwortet. Danach läuft fast immer dasselbe Drehbuch ab:

  1. Der vage Gruss. «Hallo Mami» oder «Hoi Papi», ohne Namen. Antwortest du «Bist du es, Lea?», hast du ihnen den Namen geliefert, der ihnen fehlte.
  2. Die Ausrede mit der neuen Nummer. Handy ins Wasser gefallen, gestohlen, Display kaputt.
  3. Die Ausrede gegen Anrufe. «Das Mikrofon geht nicht», «ich bin in einer Vorlesung», «der Akku ist fast leer». Die Stimme deines Kindes können sie nicht nachmachen, also meiden sie jedes Telefonat.
  4. Etwas Smalltalk. Emojis, «wie gehts dir?», noch ohne Forderung.
  5. Der finanzielle Notfall. Eine Rechnung, die heute fällig ist, eine Miete, ein Kauf, der sonst verfällt. Weil das E-Banking «auf dem neuen Handy noch nicht eingerichtet» sei, sollst du bezahlen.
  6. Das Konto einer Drittperson. Das Geld soll per Überweisung oder TWINT an «einen Kollegen», «den Vermieter» oder «den Laden» gehen. Zahlst du, folgt meist eine zweite Forderung.

Es gibt eine gefährlichere Variante: Die Nachricht kommt von der echten Nummer deines Kindes, weil dessen WhatsApp-Konto übernommen wurde, meist nachdem es den sechsstelligen Bestätigungscode weitergegeben hat. Auch dann hilft dasselbe Mittel: ein normaler Telefonanruf.

Welche Warnsignale hat die Nachricht?

Keines beweist für sich allein etwas, aber zwei oder mehr zusammen solltest du als Betrug behandeln, bis das Gegenteil bewiesen ist:

  • Unbekannte Nummer, oft mit ausländischer Vorwahl, leeres oder nichtssagendes Profilbild.
  • Kein Name, keine Familienspitznamen, keine Details, die nur dein Kind kennt.
  • Konsequente Weigerung, zu telefonieren oder eine Sprachnachricht zu schicken.
  • Zeitdruck: «Das muss heute noch raus.»
  • Das Geld geht nicht an dein Kind, sondern an eine andere Person oder Firma.
  • Bitte um Verschwiegenheit: «Sag Papi nichts, er regt sich sonst auf.»
  • Ein Schreibstil, der nicht zu deinem Kind passt.

Was tue ich jetzt sofort?

  1. Zahle nichts und gib keine Daten preis. Nenne keine Namen, bestätige nichts und leite nie einen Code weiter, den du per SMS erhältst.
  2. Ruf die gewohnte Nummer deines Kindes an, die in deinen Kontakten gespeichert ist, nicht die neue. In den allermeisten Fällen nimmt es ganz entspannt ab, und der Spuk ist vorbei.
  3. Erreichst du es nicht, prüfe über andere Wege: Partnerin oder Partner, Geschwister, WG-Mitbewohner, Arbeitskollegen. Keine echte Zahlung ist so dringend, dass sie nicht zehn Minuten warten kann.
  4. Verlange eine Sprachnachricht oder einen Videoanruf. Ein echtes Kind macht das ohne Weiteres.
  5. Stell eine Kontrollfrage, deren Antwort nicht in den sozialen Netzwerken steht.
  6. Sichere Beweise, bevor du blockierst: Screenshots des Chats, die Nummer, die verlangten Konto- oder TWINT-Angaben.
  7. Blockiere und melde die Nummer in WhatsApp (Chat öffnen, auf Namen oder Nummer tippen, «Melden»).

Und wenn ich schon bezahlt habe?

Mach dir keine Vorwürfe: Diese Masche ist darauf gebaut, Vorsicht auszuhebeln. Jetzt zählt Tempo:

  1. Ruf sofort deine Bank an, über die Nummer auf der Rückseite deiner Karte oder in der offiziellen App. Erkläre, dass es Betrug ist, und frag, ob die Zahlung gestoppt oder zurückgerufen werden kann. Bei Zahlungen per TWINT oder Sofortüberweisung ist das Zeitfenster sehr kurz.
  2. Zahle nichts mehr, auch wenn das angebliche Kind beteuert, es «fehle nur noch ein kleiner Betrag».
  3. Erstatte Strafanzeige bei der Kantonspolizei, mit Screenshots und Zahlungsbeleg. Den nächsten Polizeiposten und Online-Angebote findest du über Suisse ePolice. Die Anzeige ist meist auch die Grundlage für Gespräche mit der Bank.
  4. Melde den Vorfall dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) über das Meldeformular. Das BACS beschreibt diese Maschen auch unter Phishing, Vishing, Smishing.
  5. Wurde dein eigenes WhatsApp-Konto übernommen, registriere die Nummer neu, aktiviere die Verifizierung in zwei Schritten und warne deine Kontakte. Das BACS erklärt das Vorgehen unter Konto gehackt – was nun?.

Besteht eine akute Bedrohung, wähle 117 (Polizei) oder 112.

Wie schütze ich meine Familie?

Der beste Schutz ist, dass Eltern und Grosseltern das Drehbuch kennen, bevor es bei ihnen ankommt. Sag es ihnen in diesen Worten: «Wenn jemand, der behauptet, ich zu sein, von einer anderen Nummer schreibt und Geld will, ruf mich auf meiner gewohnten Nummer an, bevor du irgendetwas zahlst.» Dazu:

  • Eine Familienregel: Niemand bittet nur schriftlich um Geld; jede Bitte wird telefonisch bestätigt.
  • Ein Codewort für echte Notfälle.
  • Verifizierung in zwei Schritten in WhatsApp auf allen Familienhandys, und den Grundsatz, dass der sechsstellige Code nie an jemanden geht.
  • Profilbild nur für Kontakte sichtbar, damit Fremde es nicht kopieren können.

Eine App zur Anruf- und Nachrichtenerkennung wie NoCall zeigt dir, ob eine Nummer schon gemeldet wurde, aber erst der Kontrollanruf auf die gewohnte Nummer schliesst die Tür wirklich.

Häufige Fragen

Die Nachricht sagt «Mami», aber ich habe keine Kinder. Warum habe ich sie bekommen? Weil sie massenhaft an zufällige Nummern oder an Nummern aus Datenlecks geht. Du wurdest nicht ausgewählt, du standest einfach auf einer Liste.

Und wenn mein Kind wirklich eine neue Nummer hat? Dann ruft es dich problemlos an oder schickt eine Sprachnachricht. Ein echter Nummernwechsel kommt nicht zusammen mit der dringenden Bitte, eine Drittperson zu bezahlen.

Die Nachricht kommt von der gewohnten Nummer meines Kindes. Kann das trotzdem Betrug sein? Ja, wenn das WhatsApp-Konto übernommen wurde. Ruf normal an, nicht über den Chat: Ist das Konto gestohlen, weiss dein Kind nichts von der Nachricht.

Lohnt sich eine Meldung, wenn ich nichts verloren habe? Ja. Die Meldung in WhatsApp und eine Warnung an dein Umfeld helfen, die Kampagne zu bremsen.

Zusammengefasst

Neue Nummer, Ausrede gegen Anrufe, Zeitdruck und das Konto einer Drittperson: Das ist das ganze Drehbuch. Die Antwort ist immer dieselbe: nicht zahlen, die gewohnte Nummer anrufen, über andere Wege prüfen. Hast du schon bezahlt, ruf die Bank an und erstatte Anzeige bei der Kantonspolizei. Und melde die Nummer im Verzeichnis der Spam-Nummern von NoCall: Deine Warnung kann verhindern, dass andere Eltern zahlen.

N
Von NoCall-Team
NoCall-Redaktion
5 Min. Lesezeit
#WhatsApp#Hallo Mami#neue Nummer#falsches Kind#dringende Zahlung#TWINT

Quellen und Prüfung

Geprüft:

Nummerierung, Anbieterwerkzeuge und Meldeverfahren können sich ändern. Prüfen Sie sensible Schritte bei der verlinkten offiziellen Stelle.

Artikeldetails

Redaktionelle Inhalte, von NoCall geprüft, mit praktischem Kontext zum Erkennen verdächtiger Anrufe und Nachrichten.

Autor: NoCall-Team5 Min. Lesezeit

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