«Hier ist die Polizei»: die Masche mit falschen Polizisten, Staatsanwälten und Behörden
Eine Stimme gibt sich als Polizist, Staatsanwältin oder Mitarbeiter von fedpol oder Europol aus, behauptet, gegen dich werde ermittelt oder dein Geld sei in Gefahr, und verlangt Geld oder Daten. Das ist Betrug. So erkennst du ihn und so reagierst du.
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«Hier ist die Polizei»: die Masche mit falschen Polizisten, Staatsanwälten und Behörden
Das Telefon klingelt, und eine Stimme sagt: «Hier ist die Kantonspolizei», «Sie sprechen mit der Staatsanwaltschaft» oder, oft als Tonbandansage auf Englisch, «This is Europol» oder «Interpol». Gegen dich laufe eine Ermittlung, deine Identität sei für Straftaten missbraucht worden, oder in deiner Nachbarschaft sei eine Einbrecherbande unterwegs und dein Geld auf der Bank sei nicht mehr sicher. Die Lösung: Geld überweisen, Bargeld und Schmuck einem «Beamten» übergeben oder Daten durchgeben. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) warnt seit Langem vor Anrufen im Namen von Fake-Behörden. Die Faustregel: Echte Polizei verlangt am Telefon nie Geld, Wertsachen oder Passwörter.
Wie funktioniert die Masche?
Es gibt in der Schweiz zwei Hauptvarianten:
- Die «Schutz»-Variante, oft gegen ältere Menschen. Ein angeblicher Polizist erzählt von Festnahmen in der Nähe, auf einer Liste stehe deine Adresse, oder Bankangestellte steckten mit Kriminellen unter einer Decke. Damit dein Geld «sicher» sei, sollst du es abheben und einem Kollegen übergeben, der vorbeikommt. Gespräche dauern oft stundenlang, und du sollst niemandem davon erzählen.
- Die «Ermittlungs»-Variante. Eine automatische Ansage oder ein Anrufer behauptet, deine Identität sei in Drogenhandel oder Geldwäsche verwickelt, es liege ein Haftbefehl vor. Du wirst zu einem «Beamten» durchgestellt, der Ausweisdaten, Bankangaben oder eine Zahlung für eine «Kaution» oder «Gebühr» verlangt, manchmal auch die Installation eines Fernwartungsprogramms.
In beiden Fällen nutzen die Täter Autorität, Angst und Geheimhaltung.
Woran erkenne ich, dass der Anruf gefälscht ist?
- Geld, Wertsachen oder Karten sollen übergeben oder überwiesen werden. Das tut keine Schweizer Polizei.
- Du sollst auf keinen Fall auflegen oder mit jemandem darüber sprechen, nicht einmal mit deiner Bank.
- Eine Tonbandansage im Namen von Europol, Interpol, fedpol oder einem Gericht, oft auf Englisch, die dich auffordert, eine Taste zu drücken.
- Die Nummer sieht amtlich aus, etwa mit 117 oder der Nummer eines Polizeipostens. Anrufernummern lassen sich fälschen. Die Anbieter müssen inzwischen aus dem Ausland eingehende Anrufe mit Schweizer Nummer kennzeichnen oder die Nummer entfernen, wie das BAKOM erklärt, aber verlass dich nie allein auf die Anzeige.
- Drohungen: Verhaftung heute noch, Sperrung aller Konten, Ausweisung.
- Bezahlung per Kryptowährung, Gutscheinkarten oder Bargeldkurier.
Was tue ich, wenn ich gerade angerufen werde?
- Leg auf. Auch wenn es unhöflich wirkt. Echte Polizei versteht das.
- Ruf selbst 117 an, über eine neue Verbindung, und frag, ob es den Fall gibt. Drück nicht einfach auf «Rückruf», und wähle keine Nummer, die der Anrufer dir gibt.
- Gib keine Daten preis: keine Kontostände, keine Passwörter, keine Kartencodes, keine Informationen darüber, ob du Bargeld oder Schmuck zu Hause hast.
- Übergib niemandem Geld oder Wertsachen, auch nicht einer Person in Uniform oder mit «Dienstausweis».
- Sprich mit deiner Bank und deinen Angehörigen. Wer dich zum Schweigen bringen will, ist nicht die Polizei.
Und wenn ich schon gezahlt oder Daten herausgegeben habe?
- Wurde Bargeld oder Schmuck abgeholt oder steht eine Abholung bevor, ruf sofort 117 an. Ein vereinbarter Übergabetermin kann der Polizei helfen.
- Bei Überweisung oder Kartendaten kontaktiere sofort deine Bank über die Nummer auf der Karte oder in der App und lass Karten oder E-Banking sperren.
- Wurde ein Fernwartungsprogramm installiert, trenne das Gerät vom Internet und lass es prüfen.
- Hast du Ausweisdaten weitergegeben, erwähne das bei der Anzeige. Hast du eine Kopie von Pass oder Identitätskarte geschickt, melde das auch der Ausweisstelle deiner Gemeinde oder deines Kantons.
Wo zeige ich es an?
- Strafanzeige bei der Kantonspolizei, mit Nummer, Uhrzeit, Namen, die genannt wurden, und Belegen. Den nächsten Posten findest du über Suisse ePolice.
- Meldung ans BACS über das Meldeformular, auch wenn nichts passiert ist.
Häufige Fragen
Angezeigt wurde eine Polizeinummer. Wie kann das falsch sein? Weil die angezeigte Nummer gefälscht werden kann (Spoofing). Massgebend ist nur, was du erfährst, wenn du selbst 117 wählst.
Darf die Polizei mich anrufen? Ja, etwa für eine Zeugenbefragung oder einen Termin. Aber sie verlangt dabei kein Geld, keine Wertsachen und keine Passwörter, und sie hat kein Problem damit, wenn du zurückrufst.
Und wenn ich wirklich eine offene Busse oder eine Vorladung habe? Echte Bussen, Strafbefehle und Vorladungen kommen schriftlich per Post. Prüfe Absender und Angaben und kontaktiere die Behörde über die Nummer auf ihrer offiziellen Website.
Ich habe aufgelegt, ohne etwas preiszugeben. Muss ich noch etwas tun? Nicht zwingend, aber eine Meldung hilft. Warne ältere Angehörige: Sie sind das häufigste Ziel.
Zusammengefasst
Polizei, Staatsanwaltschaft oder Europol am Telefon, die Geld, Wertsachen oder Daten verlangen: Das ist immer Betrug. Leg auf, ruf selbst 117 an, übergib niemandem etwas und erstatte Anzeige. Melde die Nummer im Verzeichnis der Spam-Nummern von NoCall, damit andere gewarnt sind.
Quellen und Prüfung
Geprüft:
- Anrufe im Namen von Fake-Behörden - BACS
- Identifikation des anrufenden Anschlusses - BAKOM
- Suisse ePolice
- Melden Sie an das BACS
Nummerierung, Anbieterwerkzeuge und Meldeverfahren können sich ändern. Prüfen Sie sensible Schritte bei der verlinkten offiziellen Stelle.
Artikeldetails
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