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«Ich habe dir aus Versehen Geld geschickt»: die Masche mit Rückzahlung und Geldanforderung per TWINT

Eine unbekannte Person schreibt oder ruft an, sie habe dir versehentlich Geld per TWINT oder Überweisung geschickt, und bittet um Rückzahlung. Manchmal gibt es das Geld gar nicht, manchmal doch, und genau das ist die Falle. So prüfst du es und reagierst richtig.

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«Ich habe dir aus Versehen Geld geschickt»: die Masche mit Rückzahlung und Geldanforderung per TWINT

«Hallo, ich habe dir aus Versehen 150 Franken per TWINT geschickt, eigentlich waren sie für meine Schwester. Kannst du sie mir bitte zurückschicken?» Die Nachricht wirkt höflich, fast verlegen, und die meisten Menschen wollen ehrlich sein. Genau darauf baut diese Masche. In der Schweiz läuft sie vor allem über TWINT und Überweisungen, und sie hat zwei Gesichter: Entweder ist gar kein Geld bei dir angekommen, oder es ist echt, stammt aber aus einem Betrug an einer anderen Person.

Wie funktioniert die Masche?

Es gibt drei häufige Varianten:

  • Kein Geld, nur eine Anforderung. TWINT kennt die Funktion «Geld anfordern». Die Täter schicken dir eine Zahlungsanforderung und behaupten, sie hätten dir zuvor Geld gesandt. Wer die Anforderung bestätigt, ohne seinen Kontostand zu prüfen, zahlt einfach an sie. Manchmal kommt ein gefälschter Screenshot dazu, der die «falsche» Zahlung beweisen soll.
  • Echtes Geld aus einem Betrug. Auf deinem Konto ist wirklich Geld eingegangen, etwa aus einer gekaperten TWINT-App, einem gestohlenen E-Banking oder von einem anderen Opfer. Schickst du es auf ein anderes Konto «zurück», hilfst du, die Spur zu verwischen. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) beschreibt genau diese Konstellation bei den Finanzagenten: Geld wird «irrtümlich» überwiesen, dann soll es auf ein anderes Konto zurück. Seine Empfehlung: keine solchen Überweisungen tätigen und den Kontakt abbrechen.
  • Der Marktplatz-Trick. Beim Verkauf auf Ricardo, Tutti oder Facebook Marketplace «überzahlt» ein Käufer angeblich und bittet um Rückerstattung der Differenz. Mehr dazu beschreibt das BACS beim Kleinanzeigenbetrug.

Woran erkenne ich die Masche?

  • Eine unbekannte Person behauptet, dir Geld geschickt zu haben.
  • Eine TWINT-Anforderung kommt gleichzeitig mit der Bitte, «das Geld zurückzugeben».
  • Ein Screenshot statt eines echten Zahlungseingangs.
  • Die Rückzahlung soll an eine andere Nummer oder ein anderes Konto gehen als das, von dem das Geld kam.
  • Druck und emotionale Geschichte: kranke Mutter, Miete, Notfall.
  • Ein angeblicher Bankmitarbeiter ruft an, um dir «bei der Rückbuchung zu helfen».

Was mache ich jetzt sofort?

  1. Bestätige keine Anforderung. Lies jede TWINT-Meldung genau: Steht dort «Geld anfordern» oder «bezahlen», gibst du Geld weg, du erhältst keines.
  2. Prüfe deinen Kontostand selbst, in deiner TWINT-App oder im E-Banking, nicht anhand von Screenshots.
  3. Ist kein Geld eingegangen, ignoriere die Nachricht und blockiere die Nummer.
  4. Ist wirklich Geld eingegangen, schick es nicht selbst zurück. Melde den Eingang deiner Bank über die Nummer auf der Karte oder in der App. Die Bank kann die Rückbuchung auf dem korrekten Weg abwickeln, an den tatsächlichen Absender.
  5. Sichere Beweise: Nachrichten, Nummer, Screenshots, Anforderungen.

Und wenn ich schon zurückgeschickt oder eine Anforderung bestätigt habe?

  1. Kontaktiere sofort deine Bank und erkläre, dass es Betrug war. Je schneller, desto grösser die Chance, dass etwas gestoppt werden kann.
  2. Melde den Vorfall auch über den Support deiner TWINT-App, den du in der App oder auf der Website deiner Bank findest.
  3. Erstatte Strafanzeige bei der Kantonspolizei, mit allen Belegen. Den nächsten Posten findest du über Suisse ePolice.
  4. Hast du echtes Geld weitergeleitet, erkläre das offen. Wer unwissentlich zum Finanzagenten wurde, sollte selbst aktiv zur Polizei gehen; das BACS rät dazu ausdrücklich.
  5. Melde den Fall dem BACS über das Meldeformular.

Häufige Fragen

Kann mir jemand Geld wegnehmen, nur weil er meine Handynummer für TWINT kennt? Nein. Mit deiner Nummer kann man dir Geld senden oder eine Anforderung schicken. Geld verlierst du erst, wenn du eine Zahlung oder Anforderung bestätigst oder Zugangsdaten herausgibst.

Mir wurde wirklich Geld überwiesen. Ist es nicht ehrlicher, es selbst zurückzuschicken? Ehrlich ist, es zurückzugeben, aber über deine Bank und nur an den tatsächlichen Absender. Eine Überweisung an ein anderes Konto kann dich in eine Geldwäscherei verwickeln.

Jemand ruft an, angeblich von meiner Bank, um mir bei der Rückzahlung zu helfen. Ist das seriös? Sehr wahrscheinlich nicht. Leg auf und ruf deine Bank selbst über die offizielle Nummer an.

Und wenn die Nachricht von der Nummer eines Freundes kommt? Dann ist sein Konto vielleicht übernommen. Ruf ihn normal an, bevor du irgendetwas bezahlst.

Zusammengefasst

Eine angebliche Fehlzahlung, eine TWINT-Anforderung und Druck zur Rückzahlung: Prüfe deinen Kontostand selbst, bestätige keine Anforderung und lass echte Rückbuchungen nur über deine Bank laufen. Hast du schon gezahlt, ruf die Bank an und erstatte Anzeige. Melde die Nummer im Verzeichnis der Spam-Nummern von NoCall.

N
Von NoCall-Team
NoCall-Redaktion
4 Min. Lesezeit
#TWINT#Geld anfordern#Fehlüberweisung#Rückzahlung#Finanzagent#Geldwäscherei

Quellen und Prüfung

Geprüft:

Nummerierung, Anbieterwerkzeuge und Meldeverfahren können sich ändern. Prüfen Sie sensible Schritte bei der verlinkten offiziellen Stelle.

Artikeldetails

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Autor: NoCall-Team4 Min. Lesezeit

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