«Unbekannter Kauf bei Amazon»: der falsche Anruf oder die SMS zum «Stornieren»
Man ruft dich an oder schreibt dir, mit deinem Amazon-Konto sei ein iPhone gekauft worden, und zum Stornieren sollst du Daten angeben oder eine App installieren. Das ist Betrug. So erkennst du ihn und das tust du, wenn du schon darauf hereingefallen bist.
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«Unbekannter Kauf bei Amazon»: der falsche Anruf oder die SMS zum «Stornieren»
Eine Bandansage, oft auf Englisch oder Hochdeutsch: «Mit Ihrem Amazon-Konto wurde ein iPhone im Wert von 1299 Franken gekauft. Wenn Sie diesen Kauf nicht getätigt haben, drücken Sie die 1.» Oder eine SMS mit einem Link «zum Stornieren». Wer reagiert, landet bei einem freundlichen «Kundendienst», der den Kauf rückgängig machen will und dazu Kartendaten, einen Code oder ein Fernwartungsprogramm braucht. Die Masche funktioniert auch im Namen von Apple, PayPal, Zalando, Galaxus oder deinem Kreditkartenherausgeber. Ein echter Kundendienst ruft nicht mit einer Bandansage an und lässt sich nichts installieren.
Wie funktioniert dieser Betrug?
- Der Schreck. Ein angeblicher teurer Kauf, den du nicht kennst. Viele Menschen in der Schweiz bestellen bei Amazon über die deutschen oder andere europäische Seiten, deshalb passt die Geschichte oft.
- Die Taste oder der Link. Du drückst die 1 oder tippst auf den Link und landest bei den Tätern.
- Die «Hilfe». Der falsche Mitarbeiter will dein Konto «sichern» und den Kauf «stornieren». Dafür verlangt er Kartendaten, Bestätigungscodes, Zugangsdaten zum E-Banking oder die Installation eines Programms wie AnyDesk.
- Der Schaden. Mit diesen Daten oder dem Fernzugriff werden echte Zahlungen ausgelöst, oder du sollst selbst Geld auf ein «Sicherheitskonto» überweisen oder Gutscheinkarten kaufen.
Mit Fernzugriff ist das im Grunde dieselbe Masche wie beim falschen Microsoft-Techniker, die das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) als Fake-Support beschreibt.
Was sind die Warnsignale?
- Bandansage mit «Drücken Sie die 1».
- Du hast kein Amazon-Konto oder den Kauf nirgends in deinem Konto.
- Ein Link per SMS, der nicht auf die offizielle Domain führt.
- Man verlangt Kartendaten, Codes oder ein Fernwartungsprogramm, um einen Kauf zu stornieren.
- Geld soll auf ein «sicheres Konto» oder per Gutscheinkarte fliessen.
- Zeitdruck: «Wenn wir jetzt nicht handeln, wird die Zahlung ausgeführt.»
Was tue ich sofort, wenn man mich anruft oder die SMS kommt?
- Leg auf oder lösche die SMS. Drücke keine Taste und klicke auf keinen Link.
- Prüfe selbst: Öffne die offizielle App oder tippe die Website-Adresse selbst ein und schau unter «Meine Bestellungen» nach. Steht dort nichts, gibt es auch keinen Kauf.
- Prüfe deine Karten- und Kontobewegungen in der Banking-App.
- Melde die Nummer und blockiere sie.
Und wenn ich schon Daten herausgegeben oder eine App installiert habe?
- Ruf sofort deine Bank oder deinen Kartenherausgeber an über die Nummer auf der Rückseite der Karte. Lass Karten und, falls nötig, das E-Banking sperren.
- Hast du einen Code durchgegeben, sag das ausdrücklich: Er kann eine Zahlung oder eine neue Kartenregistrierung freigegeben haben.
- Trenne das Gerät vom Internet und deinstalliere das Fernwartungsprogramm, wenn du eines installiert hast. Lass das Gerät prüfen.
- Ändere deine Passwörter von einem sauberen Gerät aus: zuerst E-Mail, dann Amazon und andere Shops, und aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
- Hast du Gutscheinkarten gekauft und Codes durchgegeben, kontaktiere sofort den Herausgeber der Karten.
Wo melde ich das und wer hilft mir?
- Strafanzeige bei der Kantonspolizei, mit Nummer, Uhrzeit, Belegen und Screenshots. Den nächsten Posten findest du über Suisse ePolice.
- Meldung ans BACS über das Meldeformular. Hintergrund zu diesen Maschen findest du unter Phishing, Vishing, Smishing.
- Gefälschte Websites kannst du auf antiphishing.ch melden.
- Amazon selbst bietet auf seiner offiziellen Website eine Möglichkeit, verdächtige Nachrichten zu melden.
Häufige Fragen
Ruft Amazon mich jemals wegen eines verdächtigen Kaufs an? Bandansagen, die dich auffordern, eine Taste zu drücken und dann Daten anzugeben, gehören nicht zu einem seriösen Kundendienst. Wenn du unsicher bist, prüfe dein Konto selbst in der App.
Ich habe gar kein Amazon-Konto und wurde trotzdem angerufen. Warum? Weil die Anrufe massenhaft an beliebige Nummern gehen. Amazon wird gewählt, weil sehr viele Menschen dort einkaufen.
Ich habe nur die 1 gedrückt und aufgelegt. Ist das schlimm? Nein. Du hast höchstens bestätigt, dass deine Nummer aktiv ist. Rechne mit weiteren Anrufen und blockiere die Nummern.
Ich habe die Kartendaten genannt, aber keinen Code. Bin ich sicher? Nicht ganz. Mit Kartendaten sind manche Zahlungen ohne Code möglich. Lass die Karte sperren und neu ausstellen.
Zusammengefasst
Ein unbekannter Kauf, eine Bandansage, ein «Kundendienst», der Daten oder Fernzugriff will: Das ist Betrug. Leg auf, prüfe deine Bestellungen selbst in der offiziellen App, und hast du Daten herausgegeben, ruf sofort deine Bank an. Melde die Nummer im Verzeichnis der Spam-Nummern von NoCall.
Quellen und Prüfung
Geprüft:
- Phishing, Vishing, Smishing - BACS
- Fake-Support - BACS
- antiphishing.ch
- Suisse ePolice
- Melden Sie an das BACS
Nummerierung, Anbieterwerkzeuge und Meldeverfahren können sich ändern. Prüfen Sie sensible Schritte bei der verlinkten offiziellen Stelle.
Artikeldetails
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